Förderung innovativer Forschungsprojekte
Das GFZ Discovery Fellowship-Programm fördert innovative und risikoreiche Projekte über alle Bereiche des GFZ und den PoF-Themen hinweg. Der "GFZ Discovery Fund" bietet jährlich bis zu zwei Postdoc-Stellen für eine Laufzeit von drei Jahren für Nachwuchswissenschaftler:innen an, die dazu beitragen sollen, die aktuelle und zukünftige Ausrichtung der Forschung des GFZ weiterzuentwickeln. Von den erfolgreichen Kandidat:innen wird erwartet, dass sie innovative wissenschaftliche Projekte anstoßen und zukünftige Forschungsfelder innerhalb der GFZ-Bereiche identifzieren. Das Forschungsthema ist frei wählbar, muss sich jedoch mindestens einem der PoF-Themen des GFZ zuordnen lassen, einen interdisziplinären Ansatz verfolgen und in enger Zusammenarbeit mit mindestens zwei GFZ-Bereichen durchgeführt werden.
GFZ Discovery Fellowships – 7. Call (2025)
Ionosphärenwandel: Auswirkungen auf Klima, Magnetfeld und Satelliten
Dr. Sahar Sobhkhizmiandehi forscht in der GFZ-Sektion 1.1 Geodätische Weltraumverfahren in Kollaboration mit der Sektion 2.3 Geomagnetiusmus.
Beginn:
01.01.2026
Projektbeschreibung:
Im Rahmen ihres GFZ Discovery Fellowship-Projektes untersucht Sahar Sobhkhizmiandehi, wie langfristiger Klimawandel und das sich entwickelnde Magnetfeld der Erde multi-dekadiale Trends in der Ionosphäre prägen – einer Region, die Satellitennavigation und -kommunikation direkt beeinflusst. Sie kombiniert komplementäre Beobachtungen (wie beispielsweise GNSS-basierte Gesamtelektronenanzahl, Radio-Okkultations-Elektronendichteprofile, Ionosondenmessungen und Swarm-Daten), um einen robusten, beobachtungsbasierten Rahmen für die Erkennung und Zuordnung ionosphärischer Veränderungen seit den späten 1990er Jahren aufzubauen. Ein zentrales Ziel ist es, die jeweiligen Rollen der CO₂-getriebenen thermosphärischen Abkühlung, der säkularen Veränderungen des geomagnetischen Feldes (einschließlich Effekten im Zusammenhang mit der Südatlantischen Anomalie) und der atmosphärischen Wellenbeeinflussung von unten zu entwirren. Die Ergebnisse werden Trendklimatologien und treiberauflösende Zuordnungsmodelle sein, die sowohl die Diagnose von Weltraumwetterphänomenen als auch langfristige Verbesserungen der GNSS-Korrekturstrategien unterstützen können. Letztendlich wird dies unser Verständnis davon verbessern, wie die nahe Erdenumgebung auf den Klimawandel reagiert und dazu beitragen, satellitenbasierte Technologien langfristig zuverlässiger zu machen.
Hintergrund:
Sobhkhizmiandehis Forschung konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen Weltraumgeodäsie, Dynamik der oberen Atmosphäre und Geomagnetismus. Vor kurzem promovierte sie in den Geowissenschaften an der Universität Potsdam , wo sie atmosphärische Wellensignaturen in der E-Region der Ionosphäre mithilfe von GNSS-Radiookkultation und ergänzenden Beobachtungen untersuchte. Ihren Master in Geodäsie erlangte sie an der K. N. Toosi University of Technology (Teheran) und verfasste mehrere Veröffentlichungen zu ionosphärischen Schwankungen und zur Kopplung von Atmosphäre und Ionosphäre. Am GFZ freue sie sich insbesondere darauf, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Sektionen, multi-instrumentelle ionosphärische Beobachtungen mit klimabezogenen Antriebskräften und der Entwicklung des Magnetfelds zu verknüpfen.
Subduktionszonen: Deep Learning, DAS und hochauflösende Erdbebenlokalisierung
Dr. Jannes Münchmeyer forscht in der GFZ-Sektion 4.1 Dynamik der Lithosphäre in Zusammenarbeit mit den Sektionen 2.4 Seismologie und 1.1 Geodätische Weltraumverfahren.
Beginn:
01.01.2026
Projektbeschreibung:
Im Rahmen seines Discovery Fellowship untersucht Jannes Münchmeyer, wie kleinskalige strukturelle Eigenschaften der Subduktionsbereichsgrenze deren großräumige und langfristige Dynamik bestimmen. Dank neuer, auf Deep Learning basierender Erdbebenkataloge hat sich die Dichte der nachweisbaren Mikroerdbeben fast verzehnfacht. Allerdings sind die derzeitigen Methoden zur präzisen Lokalisierung dieser Erdbeben begrenzt, da sie die Menge der verfügbaren Daten nicht bewältigen können. Das Projekt zielt darauf ab, eine skalierbare Methode zur präzisen Lokalisierung dieser Fülle von Erdbeben zu entwickeln. Basierend auf diesen präzisen Karten der Erdbebenorte plant Jannes Münchmeyer die Feinstruktur der Grenzfläche zu kartieren, wie z. B. die Breite der Verwerfungszone und die Segmentierung in seismische und aseismische Bereiche. Diese feinskaligen Eigenschaften bestimmen das mechanische Verhalten der Grenzfläche. Münchmeyer verknüpft die Eigenschaften mit unabhängigen geodätischen und geologischen Beobachtungen, um die Rolle von Feinstrukturen bei der Steuerung der Subduktionsdynamik zu verstehen. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, Daten aus verteilter akustischer Sensorik (DAS) zu integrieren, einer Methode, die eine herkömmliche Telekommunikationsfaser in ein dichtes Sensornetzwerk verwandelt. Eine solche DAS-Instrumentation ermöglicht kontinuierliche Aufzeichnungen in schwer zugänglichen Gebieten, beispielsweise offshore, und wird somit die Untersuchung der Struktur der flachen Subduktionsbereichsgrenze ermöglichen.
Hintergrund:
Jannes Münchmeyer promovierte interdisziplinär zwischen Informatik und Seismologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und dem GFZ, wo er an Machine-Learning-Methoden für die Echtzeitbewertung von Erdbeben arbeitete. Anschließend war er als Marie Curie Postdoktorand an der Université Grenoble Alpes und dem Massachusetts Institute of Technology tätig. Seine Forschung verbindet geophysikalische Fragen mit der Entwicklung neuer Methoden zur Analyse großer Datenmengen.
GFZ Discovery Fellowships – 6. Call (2024)
Pilze in geothermischen Reservoiren: Vielfalt und Auswirkungen
Dr. Danaé Bregnard erforscht in der GFZ-Sektion 4.3 Geoenergie in Zusammenarbeit mit den Sektionen 3.2 Organische und Erdoberflächengeochemie, 3.5 Grenzflächengeochemie und 3.3 Mikrobiologie.
Beginn:
01.04.2025
Projektbeschreibung:
Im Rahmen ihres GFZ Discovery Fellowship untersucht Dr. Danaé Bregnard die Pilzgemeinschaften in verschiedenen geothermischen Reservoiren. Ziel des Projekts ist es insgesamt, zu verstehen, wie vielfältig und aktiv Pilze in diesen Systemen sind, die oft Bedingungen aufweisen, die für das Leben extrem sind (z. B. sehr hohe Temperaturen, Drücke und Salzgehalte). Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, zu verstehen, ob Pilze an Prozessen beteiligt sind, die zu Schäden an geothermischen Infrastrukturen führen, wie z. B. Biofilmbildung, Korrosionsinduktion oder Mineralausfällung. Dies wird durch eine Kombination von molekularbiologischen Techniken an geothermischen Fluidproben und Kultivierungsexperimenten im Labor erreicht. Bregnard wird ihre Forschung in der GFZ-Sektion 4.3 Geoenergie in Zusammenarbeit mit den GFZ-Sektionen 3.2 Organische Geochemie, 3.5 Grenzflächengeochemie und 3.6 Geomikrobiologie durchführen.
Hintergrund:
Dr. Danaé Bregnard promovierte im Labor für Mikrobiologie an der Universität Neuenburg (Schweiz). In ihrer Dissertation untersuchte sie die bakterielle und pilzliche Vielfalt in verschiedenen geothermischen Anlagen in Europa und zeigte, dass Mikroorganismen in diesen Systemen vorhanden und vielfältig sind. Anschließend arbeitete sie an dem Lungenpilzpathogen Aspergillus niger an der Universität Neuenburg und an der Verbesserung von Methoden zur Detektion von Leben auf anderen Planeten an der Universität Bern.
Gebirgsverwitterung und der Kohlenstoffkreislauf im Klimawandel
Dr. Romano Clementucci forscht in der GFZ-Sektion 3.2 Organische und Erdoberflächengeochemie in Zusammenarbeit mit den Sektionen 1.4 Fernerkundung und Geoinformatik sowie 4.1 Dynamik der Lithosphäre.
Beginn:
01.07.2026
Projektbeschreibung:
Dr. Romano Clementucci beginnt ein Forschungsprojekt zur Verwitterung und Erosion von Gebirgszügen im Übergangsbereich zwischen semiariden und mediterranen Klimazonen.
Derzeit ist er Discovery Fellow am GFZ Deutschen Forschungszentrum für Geowissenschaften (Potsdam). Sein Projekt zielt darauf ab, das Zusammenspiel zwischen physikalischer Erosion und chemischer Verwitterung zu entschlüsseln, indem er geomorphologische Ansätze mit geochemischen Analysen und hyperspektralen Fernerkundungstechniken kombiniert. Gesteinsverwitterung und -erosion an der Erdoberfläche sind wichtige Regulatoren des langfristigen anorganischen Kohlenstoffkreislaufs und letztendlich der Bewohnbarkeit der Erde. Gebirgszüge, die durch aktive Hebung und kontinuierliche Freilegung von frischen Mineralien gekennzeichnet sind, gelten oft als Hotspots dieser Kopplung.
Das Ziel seiner aktuellen Forschung ist es, zu bewerten, wie Hebung, Erosion und Klima gemeinsam die Verwitterungsflüsse im Übergangsbereich zwischen semiariden und mediterranen Klimazonen modulieren, mit dem Ziel, eine umfassendere und quantitativere Bewertung des anorganischen Kohlenstoffbudgets in Gebirgslandschaften zu liefern.
Hintergrund:
Dr. Romano Clementucci schloss sein Studium an der Sapienza Universität Rom ab und promovierte 2022 an der Roma Tre Universität. Während seiner Promotion untersuchte er die langfristige topografische Entwicklung des Atlasgebirges in Marokko, wobei er sich auf die Wechselwirkung zwischen Tektonik, Klima und Lithologien konzentrierte. Im Rahmen dieser Arbeit verbrachte er ein Jahr am selben Institut, um seine Expertise im Bereich Gebirgsbildung und tektonische Geomorphologie weiter auszubauen. Von 2023 bis 2025 war Clementucci Visiting Researcher an der ETH Zürich, wo er seine Forschung erweiterte, um die Zusammenhänge zwischen Landschaftsentwicklung, Erosionsdynamik und Biodiversität entlang starker Klimazonenverläufe in Madagaskar zu untersuchen.
GFZ Discovery Fellowship - 5. Call (2023)
Erforschung der Methansenke Boden in Deutschland
Dr. Jana Träumer forscht in der GFZ Sektion 3.7 Geomikrobiologie in Zusammenarbeit mit der Sektion 1.4 Fernerkundung und Geoinformatik.
Beginn:
15.03.2024
Projektbeschreibung:
Als neue GFZ-Forschungsstipendiatin erforscht Jana Täumer die Methansenke Boden in Deutschland. Böden sind die einzige bekannte biologische Methansenke, die durch Mikroorganismen entsteht, die dieses starke Treibhausgas verbrauchen (sogenannte Methanotrophe). Ihr Projekt zielt darauf ab, wertvolle Erkenntnisse zur Eindämmung des Klimawandels zu gewinnen, indem das natürliche Potenzial dieser Mikroorganismen durch den Einsatz von Umwelt-Mikrobiom-Engineering genutzt wird. Außerdem will sie herausfinden, wie sich die Methanaufnahme von Böden aufgrund des Klimawandels verändern könnte. Das Projekt umfasst Laborinkubationen mit verschiedenen Mikroorganismen und Böden, wobei verschiedene Szenarien des Klimawandels simuliert werden. Darüber hinaus wird sie versuchen, die Methansenke im Boden und die Verteilung methanotropher Bakterien in Deutschland durch eine Kombination von Feldmessungen, molekularen Techniken und Fernerkundungsansätzen aufklären.
Jana Täumer hat ihre Doktorarbeit am Institut für Mikrobiologie an der Universität Greifswald geschrieben und sich bereits währenddessen mit dem Methankreislauf im Boden und den dazugehörigen biotischen und abiotischen Einflussfaktoren beschäftigt. Anschließend erforschte sie an der Arizona State University die mikrobielle Methanaufnahme und Methanabgabe in Waldböden und deren Veränderung durch den Klimawandel.
Hintergrund:
Die Stipendien für die Forschenden aus dem GFZ Discovery Fund haben eine Laufzeit von bis zu drei Jahren und fördern besonders innovative Projekte, welche zukünftige Forschungsfelder innerhalb der GFZ-Forschungsgruppen identifizieren. Das Forschungsthema ist dabei frei wählbar, muss jedoch einer der Forschungsgruppen des GFZ der vierten Förderperiode der programmorientierten Förderung der Helmholtz-Gemeinschaft POF IV zugeordnet sowie interdisziplinär ausgerichtet sein und in enger Zusammenarbeit mit mindestens zwei GFZ-Sektionen durchgeführt werden.
Erforschung von Bodenerschütterungen im Zusammenhang mit Tierbewegungen
Dr. René Steinmann forscht in der GFZ-Sektion 2.6 Erdbebengefährdung und dynamische Risiken, in Zusammenarbeit mit der GFZ-Sektion 2.4 Seismologie.
Beginn:
01.01.2024
René Steinmann nutzt für seine Arbeit seismische Sensoren – diese werden normalerweise zur Erforschung geophysikalischer Phänomene wie Erdbeben verwendet – um Bodenvibrationen im Zusammenhang mit der Bewegung von Tieren in der afrikanischen Savanne aufzunehmen. Dieser Ansatz zielt darauf ab, eine kontinuierliche Methode zur Verfolgung der Habitatnutzung und ungestörten Verhaltens verschiedener Arten bereitzustellen und dabei möglichst wenig in die Natur einzugreifen. Das Projekt begegnet den Herausforderungen der Habitatfragmentierung, illegalen Wilderei und des Klimawandels, indem es seismische Sensoren in Naturschutzprogramme integriert. Ziel des Projektes ist es, die Kluft zwischen Seismologie und Tierbiologie zu überbrücken, unter Verwendung fortschrittlicher seismischer Datenverarbeitung, maschinellem Lernen und neu gesammelten Felddaten, um eine robuste Methodik für die ökologische Überwachung und den Schutz gefährdeter Arten zu entwickeln. Darüber hinaus soll erforscht werden, wie das Anthropozän das seismische Wellenfeld beeinflusst und was die potenziellen Auswirkungen auf das Wohlbefinden von Tieren sind. René Steinmann wird Forschung in der GFZ-Sektion 2.6 Erdbebengefährdung und dynamische Risiken durchführen und eng mit der GFZ Sektion 2.4 Seismologie und dem Animal Vibration Lab an der Universität Oxford zusammenarbeiten.
Hintergrund:
René Steinmann hat seine Doktorarbeit im Dezember 2022 an der Université Grenoble Alpes in Frankreich abgeschlossen, wo er an unüberwachtem maschinellem Lernen arbeitete, um große seismische Zeitreihendaten nach verborgenen Signalmustern zu durchsuchen. Danach kam er mit einem Helmholtz-Gastforscherstipendium. Während seiner Forschung analysierte René Steinmann bereits seismische Erschütterungen aus Städten, seismischen Störungszonen und Vulkanen, und nun wird er seismische Erschütterungen von Lebewesen analysieren.
GFZ Discovery Fellowship - 4. Call (2022)
Wechselwirkung zwischen Vulkanen und Kryosphäre
Dr. Alina Shevchenko forscht in der GFZ-Sektion 1.4 “Fernerkundung und Geoinformatik” in Zusammenarbeit mit den GFZ-Sektionen 2.1 "Physik von Erdbeben und Vulkanen" und 4.6 "Geomorphologie" durch.
Beginn:
01.11.2022
Projektbeschreibung:
Das Projekt von Alina Shevchenko widmet sich der Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Vulkanen und Kryosphäre und gefährlichen Prozessen, die damit in Verbindung stehen. Vulkanausbrüche in Gletscherumgebung oder Permafrostgebieten können Sektoreneinstürze, Erdrutsche, heiße Schlammströme nach sich ziehen, aber auch Tsunamis in den Vulkanseen auslösen oder Gletschersee-Ausbrüche verursachen. Deshalb zielt das Projekt darauf ab, ein innovatives System zur Überwachung aktiver Vulkane in hochgelegenen Gebieten zu entwickeln. Das Überwachungssystem soll auf multisensorischen Satelliten- und Drohnenbeobachtungen basieren. Shevchenko nutzt verfügbare photogrammetrische Archive mit hochauflösenden Daten, um die Topografie mehrerer Jahrzehnte von sich schnell verändernden Vulkanen zu rekonstruieren. Dadurch können morphologische Vorstufen von gefährlichen Ereignissen erkannt und der Einfluss des vulkanischen Wärmestroms und des Klimawandels auf die sich degradierende Kryosphäre abgeschätzt werden. Mithilfe der Fernerkundungsergebnisse werden gefährliche Prozesse analog modelliert und weitere Gefahren abgeschätzt.
Hintergrund:
Shevchenko hat ihre Doktorarbeit über Vulkangeomorphologie an der Staatlichen Universität St. Petersburg geschrieben und war maßgeblich an der Überwachung der vulkanischen Aktivität vor Ort am Institut für Vulkanologie und Seismologie in Kamtschatka beteiligt.
Untersuchung Dynamik organischen Kohlenstoffs in redox-beeinflussten arktischen Böden
Dr. Jeffrey Paulo Perez forscht in der GFZ-Sektion 3.2 „Organische Geochemie“ und der Sektion 3.5 „Grenzflächen-Geochemie“.
Beginn:
01.11.2022
Projektbeschreibung:
Jeffrey Paulo Perez wird sich mit der Dynamik organischen Kohlenstoffs in redox-beeinflussten arktischen Böden unter einem sich erwärmenden Klima beschäftigen. Organischer Kohlenstoff (OC, engl. organic carbon) wird durch seine Wechselwirkung mit Eisen-Redox-Mineralen im Boden stabilisiert, da diese zum Aufbau organischer Substanz und zum Verbleib von organischem Kohlenstoff an mineralischen Grenzflächen beitragen. Überträgt man diese Kenntnis auf das sehr große arktische Torfmoor-Reservoir, so beeinflusst diese Wechselwirkung letztendlich das Quelle-Senke-Verhalten von Treibhausen. Dieses Verhalten wiederum ist für die Vorhersage des Ausmaßes der Freisetzung von Treibhausgasen aus dem Boden − einerseits als Folge des Klimawandels und andererseits als Beschleuniger desselben − von Bedeutung.
Konkret wird sich das Projekt von Jeffrey P. Perez auf die Entwicklung eines biogeochemischen OC-Eisen-Wechselwirkungsmodells auf molekularer Ebene konzentrieren. Das Modell soll zeigen, was den Kohlenstoffkreislauf in (sub)arktischen Umgebungen steuert. Mithilfe der OC-Eisen-Transformationswegen und -mechanismen wird Perez die grundlegenden Prozesse quantifizieren, die die organischer Kohlenstoff-Stabilisierung in (sub)arktischen Torfgebieten unter zukünftigen Erwärmungsszenarien bestimmen.
Hintergrund:
Jeffrey Paulo Perez promovierte im Jahr 2020 an der Freien Universität Berlin und am Deutschen GeoForschungsZentrum. Er untersuchte die Bildung des redox-aktiven Eisenminerals Green Rust und dessen Wechselwirkung mit Arsenverbindungen. Anschließend forschte er zur Eisen-Redoxchemie und deren Einfluss auf die Nährstoffverfügbarkeit in sauerstoffarmen heutigen und früheren Umgebungen.
GFZ Discovery Fellowship - 3. Call (2021)
Erdmantelanhebung während Rift- und Becken-Inversionen
Dr. Frank Zwaan forscht in der GFZ-Sektion 2.5 ‘Geodynamische Modellierung‘ in Zusammenarbeit mit den GFZ-Sektionen 4.1 – ’Lithosphärendynamik‘ und 4.8 'Geoenergie‘.
Beginn:
01.03.2022
Projektbeschreibung:
Frank Zwaan, der vom Institut für Geologie der Universität Bern ans GFZ wechselt, wird sich in seinem Projekt mit der Modellierung der Hebung des Erdmantels an die Erdoberfläche während Rift- und Becken-Inversionen beschäftigen und damit, was dies für die Exploration von natürlichem Wasserstoff bedeutet. Becken-Inversionen sind ein weltweit verbreitetes Phänomen. Die Inversion, d.h. Reaktivierung normaler Verwerfungssysteme innerhalb eines Beckens beispielsweise hat erhebliche Auswirkungen auf dessen endgültige Struktur und verändert Lagerstätten und Flüssigkeitspfade.
Hintergrund:
Frank Zwaan’s Projekt im Rahmen des GFZ Discovery Fund Fellowship hat zweierlei Ziele: zum einen geht es um die Anwendung von numerischen Modellen im Lithosphären-Maßstab. Dies, um zu entschlüsseln, wie plattentektonische Prozesse Mantelmaterial freisetzen können. Zum anderen geht es um die Bewertung des Potenzials für die Erzeugung von Wasserstoff aus solchem freigesetzten Mantelmaterial, denn es stellt eine vielversprechende, bisher aber weitgehend übersehene Quelle für grüne Energie dar.
Physik-getriebenes maschinelles Lernen für faseroptische Dehnungsmessungen
Dr. Benjamin Schwarz forscht in der GFZ-Sektion 2.2 ‘Geophysikalische Abbildung des Untergrunds‘, in Zusammenarbeit mit den Sektionen 4.2 ’Geomechanik und Wissenschaftliches Bohren‘ und 4.5 – 'Sedimentbeckenmodellierung‘.
Beginn:
01.03.2022
Projektbeschreibung:
Benjamin Schwarz wird sich in seinem Vorhaben mit Physik-getriebenen tiefen maschinellen Lernen für faseroptische Dehnungsmessungen beschäftigen. Die Durchführung solcher Dehnungsmessungen mit in den Boden eingelassenen Glasfasern wurde erst kürzlich ermöglicht. Dadurch können nie dagewesene Auflösungen erzielt werden, aber es entstehen eben auch sehr große und komplexe Datensätze. Um die komplexen Datensätze nutzen zu können, ist das Ziel dieses GFZ Discovery Fellowship Projektes nun die Entwicklung einer physikalisch konsistenten und gleichzeitig effizienten Prozessierungs- und Simulationsumgebung. So sollen mit diesen hochaufgelösten Dehnungsmessungen und Beobachtungen neue Entdeckungen möglich werden.
Hintergrund:
Schwarz arbeitete während seiner Promotion an der Universität Hamburg bereits an der Vereinheitlichung verschiedener Methoden zur Abbildung des Untergrundes basierend auf physikalischen Prinzipien. An der Universität Oxford forschte er dann an der Schnittstelle zwischen der seismischen Exploration Untergrundexploration mit künstlich angeregten seismischen Quellen und der Erdbebenseismologie und entwickelte neuartige und hochauflösende geophysikalische Abbildungsverfahren.
GFZ Discovery Fellowship - 2. Call (2019)
MicroModel: Mikroskalige Kontrollen zur Modellierung der mikrobiellen Treibhausgasproduktion
Dr. Joanne Heslop forscht in der GFZ-Sektion 3.3 Geomikrobiologie in Zusammenarbeit mit der Sektion 3.2 Organische Geochemie.
Beginn:
01.10.2019
Projektbeschreibung:
Joanne Heslop kommt von der Queen’s University in Kingston, Kanada und hat im Oktober ihre Arbeit am GFZ aufgenommen. Egbert Jolie stößt vom Iceland GeoSurvey ÍSOR aus Reykjavík, Island, zum GFZ. Er wird am 1. Januar 2020 beginnen.
Joanne Heslops Projekt heißt „MicroModel: Mikroskalige Kontrollen zur Modellierung der mikrobiellen Treibhausgasproduktion“. Während ihrer Promotion an der University of Alaska, Fairbanks, untersuchte sie die geochemisch und mikrobiologisch kontrollierte Methanbildung in einem arktischen See. Nach ihrem Abschluss beschäftigte sie sich weiterhin mit dem Umsatz von organischem Kohlenstoff und der Bildung von Treibhausgasen in der kanadischen Hocharktis. Das Ziel ihres GFZ Discovery Fellowship-Projekts ist es, hochauflösende mikrobiologische Daten sowie Daten des Kohlenstoff-Umsatzes in geochemische Modelle zu integrieren, um Vorhersagen über mögliche Treibhausgasemissionen zu treffen. Sie wird in der GFZ-Sektion Geomikrobiologie arbeiten, im engen Austausch mit der Sektion Organische Geochemie.
Magmatische Gasemissionen und deren Bedeutung für Georessourcen und Georisiken
Dr. Egbert Jolie forscht in der GFZ-Sektion 4.8 Geoenergie.
Beginn:
01.01.2020
Projektbeschreibung:
Egbert Jolies Vorhaben trägt den Titel „Magmatische Gasemissionen und deren Bedeutung für Georessourcen und Georisiken“. Nach Abschluss seines Studiums an der TU Freiberg leitete er geothermische Explorationsprojekte im Ostafrikanischen Grabenbruch in Ruanda, Tansania, am Geozentrum Hannover. Im Rahmen seiner Promotion an der TU Berlin und dem GFZ forschte er in der Basin and Range Province in den USA, an der Optimierung geothermischer Explorationsverfahren durch die Bestimmung vulkanischer Gase. Diese Arbeit bildete die Basis für weitere, von ihm wissenschaftlich koordinierte Forschungsprojekte in Neuseeland, Äthiopien, Mexiko und zuletzt Island. Das Ziel seines GFZ Discovery Fellowship-Projekts ist die Entwicklung neuer Methoden zur systematischen Untersuchung vulkanischer Gasemissionen, um diese als neue Parameter in Monitoring-Systeme zu integrieren.