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„Best Poster Award“ der Gordon Research Conference für Candice Filoche

Mit einem neuen Ansatz untersuchte die GFZ-Doktorandin, wie sich Zink und Blei in Sedimentbecken anreichern. Die Metalle sind für Elektrofahrzeuge, Batterien sowie Solar- und Windenergie unverzichtbar

M.Sc.-Ing. Candice Filoche, Doktorandin in der GFZ-Sektion 3.1 „Anorganische und Isotopengeochemie“, wurde auf der „Gordon Research Conference on Geochemistry of Mineral Deposits 2026“ in Barcelona, Spanien, mit dem „Best-Poster-Award“ ausgezeichnet. Mit einem neuen Ansatz untersuchte die GFZ-Doktorandin Faktoren, die zu einer außergewöhnlichen Anreicherung von Zink (Zn) und Blei (Pb) in Sedimentbecken führen. Diese Metalle sind industrielle Schlüsselmetalle mit einer wichtigen Rolle unter anderem bei Elektrofahrzeugen, Batterien sowie in der Solar- und Windenergie.

Der Poster-Preis für Candice Filoche wurde aus über 80 wissenschaftlichen Poster-Beiträgen ermittelt, wobei alle Konferenzteilnehmer:innen abgestimmt haben.

Nach ihrer Auszeichnung sagte Candice Filoche: „Es ist mir eine Ehre, für meine Arbeit zum Thema ‚Rekonstruktion der Sulfidablagerungswege in klastisch dominierten Zink- und Bleilagerstätten des Proterozoikums und Phanerozoikums‘ den Preis für das beste Poster erhalten zu haben. Diese Anerkennung bedeutet mir besonders viel, angesichts der herausragenden Qualität der Posterpräsentationen und Forschungsarbeiten, die während der gesamten Konferenz vorgestellt wurden. Eines meiner Ziele während meiner Promotion war es, an mindestens einer GRC-Konferenz teilzunehmen; dies stellt nun einen wichtigen Meilenstein auf meinem Weg dar. Es war eine einzigartige Gelegenheit, mich mit Forschenden aus aller Welt auszutauschen, die sich mit Erzvorkommen beschäftigen. Es war mir eine große Freude, meine Forschungsergebnisse vorzustellen und das Interesse zu sehen, das sie geweckt haben.“

Hintergrund: Zink und Blei und ihre Lagerstätten

Basismetalle wie Zink und Blei sind Schlüsselmetalle unserer Wirtschaft. Mit Anwendungsbereichen in Elektrofahrzeugen, Batterien, Solar- und Windenergie, Galvanisierung und Legierungshartlöten sind sie für die Förderung der Energiewende hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. Folglich wird die Nachfrage nach diesen Metallen in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen. 

Lagerstätten von Basismetallen in alten Sedimentbecken stellen die Hauptquelle für Zink (Zn) und Blei (Pb) dar, und zwar in Form von Erzmineralien wie Sphalerit (ZnS) und Bleiglanz (PbS). Trotz ihrer großen wirtschaftlichen Bedeutung sind die Prozesse, die zu der außergewöhnlichen Metallanreicherung in solchen Lagerstätten führen, noch nicht gut verstanden.

Der neue Ansatz von Candice Filoche: Erster Dreifach-Schwefelisotopen-Datensatz aus sedimentgebundenen Lagerstätten

Für ihr nun ausgezeichnetes Poster hat Candice Filoche Proben untersucht, die aus zwei geologisch sehr alten Sedimentbecken in Kanada und Australien stammen. Dort finden sich bedeutende Blei- und Zink-Lagerstätten von Weltrang. Ziel war es zu rekonstruieren, wie die Mineralien Sphalerit (ZnS) und Bleiglanz (PbS) entstanden sind.

Hierbei macht man sich zunutze, dass diese Mineralien Schwefel enthalten. Schwefel hat verschiedene stabile Isotope: ein vorherrschendes Isotop (32S) und drei seltenere Isotope (33S, 34S und 36S). Durch die Bestimmung der Häufigkeit verschiedener Schwefelisotope in einer Probe lassen sich Spuren mikrobieller oder abiotischer Prozesse identifizieren, die bei der Bildung der Erzminerale eine Rolle gespielt haben können. 

Herkömmliche Datensätze zu Schwefelisotopen stützen sich auf die sogenannten δ34S-Werte, die aus dem Verhältnis von 34S zu 32S berechnet werden, das in schwefelhaltigen Mineralien erhalten bleibt. Allerdings können verschiedene Umweltfaktoren zu überlappenden δ34S-Werten führen, was die Identifizierung der Mechanismen der Erzmineralbildung erschwert.

Auf ihrem Poster präsentierte Candice Filoche den ersten dreifachen Schwefelisotopen-Datensatz aus Proben sedimentgebundener Erzvorkommen, unter Verwendung von δ34S- und Δ33S-Werten, wobei sich Δ33S auf komplexe Weise aus δ34S und δ33S berechnen lässt. Sie nutzte die Δ33S- und δ34S-Werte von Erzmineralien und dem damit verbundenen Pyrit (FeS2), um zwischen biotischen und abiotischen Mechanismen zu unterscheiden.

Da die Forschungsarbeit noch unveröffentlicht ist, werden die Forschungsergebnisse von Candice Filoche erst zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar sein.

Das Forschungsprojekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG als Schwerpunktprojekt DFG-SPP 2238 DOME (Dynamics of Ore Metals Enrichment | Dynamik der Anreicherung von Metallen in Erz) gefördert.


Zur Person

Candice Filoche ist seit April 2024 Doktorandin am GFZ in der Sektion 3.1 Anorganische und Isotopengeochemie. Ihr Forschungsprojekt wird gemeinsam am GFZ und an der Universität Potsdam durchgeführt und von Dr. Joseph Magnall (GFZ) und Professorin Sarah Gleeson (seit März 2025 Professorin für Nachhaltigkeits-Geowissenschaften am University College Dublin und Direktorin des Research Ireland Centre for Applied Geosciences, zuvor Leiterin der Sektion 3.1 am GFZ) betreut. Laborarbeit wurde an der Universität Münster bei Prof. Harald Strauss durchgeführt. 

Candice Filoche fertigte ihre Masterarbeit an der ETH Zürich in der Schweiz an, nachdem sie in Frankreich zwei Masterstudiengänge absolviert hatte: in Geochemie am Institut de Physique du Globe de Paris (IPGP) und in Geowissenschaften und Umwelttechnik an der UniLaSalle in Beauvais. 

Für ihre Arbeiten ist sie schon mehrfach ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Best Talk Award der DMG Sektionssitzung für Geochemie & Petrologie/Petrophysik 2025 und dem Best Poster Award der GFZ Doktorandentage 2024.


Über die Gordon Research Conferences

Die Gordon Research Conferences (GFCs) sind ein internationales Forum für unveröffentlichte Forschung und innovative neue Ideen in der Biologie, Chemie, Physik, den Ingenieurwissenschaften sowie deren Schnittstellen. Jede Konferenz bietet einen einzigartigen Diskussionsraum für die Fachgebiete. Seit ihrer Gründung im Jahr 1931 haben die Gordon Research Conferences einen erstklassigen Ruf für die Schaffung wissenschaftlicher Communities erlangt. Die GRC organisiert jährlich über 395 Gordon Research Conferences und Gordon Research Seminars, die jeweils die neuesten, hochaktuellen Forschungsergebnisse in Bereichen vorstellen. Jede Konferenz ist auf 200 Teilnehmende begrenzt; Wissenschaftler:innen müssen sich für die Konferenz bewerben und von der Konferenzleitung ausgewählt werden, um an der Tagung teilzunehmen. Alle Teilnehmer:innen sind aktive Mitglieder ihrer Gemeinschaft und tragen dazu bei, ihr Fachgebiet weiter voranbringen.


Herzliche Gratulation zu diesem Preis!

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