Die Verwitterung und Erosion von Gestein an der Erdoberfläche regulieren den langfristigen Kohlenstoffkreislauf und beeinflussen die Bewohnbarkeit der Erde. Gebirgszüge gelten oft als Hotspots dieser Wechselwirkung, da tektonische Hebungen und Erosion ständig neue Mineralien der Verwitterung aussetzen. Ob Gebirgszüge jedoch als langfristige CO₂-Senken oder -Quellen wirken, hängt stark von den freigelegten Gesteinsarten und dem Klima ab. WARM konzentriert sich auf einen Transekt entlang des marokkanischen Atlasgebirges, einem natürlichen Labor, in dem Karbonat- und silikiklastische Gesteine unter semiariden und mediterranen Klimabedingungen vorkommen. Das Projekt kombiniert geomorphologische Methoden, kosmogene Nuklide, Geochemie und hyperspektrale Fernerkundung, um zu quantifizieren, wie Erosion, Abfluss und Lithologie die Verwitterungsflüsse steuern.
Zu diesem Zweck wird WARM neue Ansätze entwickeln und kalibrieren, die geochemische Feldmessungen mit hyperspektralen EnMAP-Satellitendaten verknüpfen und so eine Kartierung der Verwitterungsintensität auf regionaler Ebene ermöglichen. Die Ergebnisse werden neue Erkenntnisse über anorganische Kohlenstoffflüsse in klimasensitiven Gebirgszügen liefern und unser Verständnis darüber verbessern, wie Verwitterungsprozesse auf die fortschreitende globale Erwärmung reagieren. Dieses Wissen wird dazu beitragen, CO2-Flüsse aus semiariden Gebieten abzuleiten und globale Kohlenstoffkreislaufmodelle zu verfeinern.
Beteiligte Sektionen: 3.2 Organische und Erdoberflächengeochemie ; 1.4 Fernerkundung und Geoinformatik; 4.1 Dynamik der Lithosphäre
Projektmitarbeitende
- Dr. Romano Clementucci (Group Leder)
- Prof. Dr. Dirk Scherler
- Dr. Patrick Frings
- Dr. Hella Wittmann-Oelze
Kooperationen
- Dr. Saeid Asadzadeh
- Prof. Dr. Abderrahim Essaifi
- Dr. Ahmed Yaaqoub
- Prof. Dr. Martin Herold
- Prof. Dr. Claudio Faccenna
- Dr. Feng Li
- Dr. Emily Stevenson
Projektlaufzeit
2025–2028
Finanzierung
GFZ Discovery Fellowship