Eine Nacht mit Folgen für das HELGES Labor:
Anfang Oktober 2025 kam es im ICP-Messlabor in Haus E (Ebene 2) zu einer unerwarteten technischen Havarie: In der Nacht zum Donnerstag platzte ein Durchlauferhitzer und setzte große Mengen Wasser frei. Glück im Unglück: Der Vorfall ereignete sich außerhalb der Arbeitszeiten und wurde bereits am Donnerstagmorgen entdeckt — ein entscheidender Faktor, der größere Schäden verhinderte. Mitarbeiter*innen der Abteilung V4 begutachteten den Schaden umgehend und stuften ihn als dringlich ein. Oberste Priorität hatte der Schutz der empfindlichen analytischen Infrastruktur. (Bild 1)
Schutz für hochspezialisierte Analytik
Im ICP-Labor wurden im ersten Schritt mehrere Trocknungsbohrungen gesetzt, um das Ausmaß des Wasserschadens zu bestimmen. Schnell zeigte sich jedoch, dass sich die Feuchtigkeit bereits in Richtung des angrenzenden kosmogenen Nuklidlabors ausgebreitet hatte — einem Reinraumlabor der Klasse 1000. Bereits nach weniger als zwei Wochen bildete sich im Wägeraum Schimmel an der Wand, sodass eine vollständige Schließung beider Labore zur Sanierung unvermeidlich wurde. (Bild 2)
Zum Schutz der Infrastruktur wurden Geräte sorgfältig in Folie verpackt und Staubschutzwände errichtet. Teile der unteren Wandbereiche mussten entfernt werden, um weitere Trocknungsmaßnahmen durchführen zu können — eine besondere Herausforderung in einem eigentlich staubfreien Reinraum. (Bild 3)
Krise als Chance genutzt
Gleichzeitig wurde die Gelegenheit genutzt, längst geplante Arbeiten umzusetzen: Brandschutzklappen in der Deckenstruktur wurden ausgetauscht und so eine weitere spätere zusätzliche Stilllegung vermieden. Dank der verlässlichen und straffen Organisation durch Doreen Klemmstein und Steffen Scholz (V4) verzögerte sich der Zeitplan insgesamt lediglich um zwei Wochen — hauptsächlich bedingt durch Lieferengpässe bei den benötigten Bauteilen. (Bild 4)
Zurück zur Routine
Mitte Februar war der Normalbetrieb weitgehend wiederhergestellt. Zuvor waren jedoch umfangreiche Reinigungsarbeiten erforderlich, um die Reinraumbedingungen vollständig wiederherzustellen.
Die Nutzerinnen beider Labore möchten sich herzlich bei den Mitarbeiterinnen der Abteilung V4 sowie bei Josefine Holtz und Sebastian Focke (Sektion 3.2) bedanken, die die Sanierung organisiert und mit großem Engagement umgesetzt haben. (Bild 5)
Aus einer unerwarteten Havarie wurde so ein eindrucksvolles Beispiel für effizientes Krisenmanagement und Zusammenarbeit — und dafür, wie schnell wissenschaftliche Spitzenanalytik wieder möglich werden kann.