Aktuelle Erdbebeninformationen

Hier finden Sie Aktuelles sowie die wichtigsten Hintergrundinformationen zum Thema Erdbeben. Dazu gehören verschiedene Datenportale wie der „Earthquake Explorer“, in denen das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung aktuelle Erdbebendaten aus aller Welt zur weiteren Nutzung, Erkundung und Bearbeitung bereitstellt. Darüber hinaus geben wir Antworten auf häufig gestellte Fragen, Informationen zum Verhalten bei Erdbeben und weiterführende Info- und Arbeitsmaterialien für verschiedene Zielgruppen.

Aktuelle Informationen zu den Erdbeben in Venezuela am 24.06.2026

Am 24.6.2026 ereigneten sich um 18:04 Uhr und 18:05 Uhr Ortszeit im Abstand von nur 39 Sekunden zwei schwere Erdbeben der Magnitude 7,3 und 7,4 in der Region rund um Maracay und nahe Caracas (Venezuela).

Weitere Informationen - von den Expert:innen am GFZ: 
(Stand 26.Juni 2026, 10 Uhr):

Die Beben fanden an der in Ost-West Richtung verlaufenden Plattengrenze zwischen der karibischen Platte im Norden und der südamerikanischen Platte im Süden statt, wobei die Relativbewegung zwischen beiden sich auf verschiedene Bruchzonen, sogenannte Verwerfungen verteilt. 

Die beiden Seiten der jetzt betroffenen Verwerfung bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von ca. 1,8 cm/Jahr relativ aneinander vorbei. Da die Plattengrenzfläche verhakt ist, bauen sich über viele Jahre hinweg dort elastische Spannungen auf. Durch das erste Beben wurde die Spannung plötzlich abgebaut, und die freiwerdende Energie teilweise in seismische Energie umgewandelt. Die plötzliche Spannungsänderung erhöht die Spannung benachbarter Segmente und löste so das zweite Erdbeben aus. 

Während aus praktischen Gründen zwei Erdbeben von den Erdbebendiensten gemeldet werden, handelt es sich aufgrund der geringen Verzögerung um einen mehr oder weniger kontinuierlichen Bruchprozess, so dass man auch von einem Erdbeben reden könnte, das aus zwei Teilbrüchen besteht. Physikalisch machen diese unterschiedlichen Beschreibungen aber keinen Unterschied. Die Überlagerung der Wellenformen beider Teilbrüche macht die seismologische Auswertung komplex, so dass es signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Erdbebendiensten in Bezug auf Magnituden des Erdbebendoublets und des Epizentrums des zweiten Bebens/Teilbruchs gibt. 

 

Nach unseren Messungen am GFZ ergeben sich M7.3 und M7.4 für die beiden Teilbrüche.
[Hinweis: Im Rahmen der Schwierigkeit der Messung bei diesem Ereignis und der damit verbundenen Unsicherheit ist dies konsistent mit den Angaben des United States Geological Service (USGS)]

Station: „Near Coast of Venezuela” https://geofon.gfz.de/eqinfo/event.php?id=gfz2026mhpf 

F-E RegionNear Coast of Venezuela 
Time2026-06-24 | 22:04:32 UTC
Magnitude7.3 (Mw)
Epicenter68.52°W 10.41°N
Depth10 km

Ortszeit: 18:04:32 Uhr | näher an Maracay (Venezuela)

 

Station: „Near Coast of Venezuela” https://geofon.gfz.de/eqinfo/event.php?id=gfz2026mhpg

F-E RegionNear Coast of Venezuela 

 

Time2026-06-24 | 22:05:05 UTC
Magnitude7.4 (Mw)
Epicenter67.10°W 10.69°N
Depth10 km

Ortszeit: 18:05:05 Uhr | näher an Caracas (Venezuela)

Das zweite Erdbeben ereignete sich etwa 160 km östlich und damit sogar noch näher an Caracas. 
Die Magnitudenwerte stimmen absolut überein (160 km / 33 s = 4,8 km/s). 

 

Normalerweise würde man einem Beben dieser Größe bereits einen Tag nach dem Beben mehrere moderate Nachbeben größer als Magnitude 4 erwarten. Mit dem globalen Stationsnetzwerk haben wir bisher erst ein einziges Nachbeben (mit Magnitude 4.6, ) registriert. Auch wenn es sicherlich kleinere Nachbeben gibt und dies von Augenzeugen auch so berichtet wird, ist dieses Beben ungewöhnlich in der geringen Zahl von Nachbeben, die bisher folgten. Trotzdem bleibt die Gefahr von Nachbeben bestehen, und muss bei Bergungsaktionen berücksichtigt werden.

Region: Nahe Küste von Venezuela 
Magnitude: 4.61 
Epizentrum: 10.68° N 66.74° W 
Tiefe: 10 km 
Zeit (UTC): 2026-06-25 05:48:25 
Ortszeit: – Epizentrum: 2026-06-25 01:48:25 GMT-4 
https://geofon.gfz-potsdam.de/eqexplorer/events/gfz2026mien/general 

 

 

Die bisherigen Daten legen nahe, dass das Epizentrum, also der Start des ersten Bebens am nordöstlichen Ende der Boconó-Störung (BF) stattfand und das zweite weiter östlich an der rechtslateralen San Sebastian Störung (SSF). Diese streicht ost-west und verläuft etwa 10-15 km nördlich von Caracas. Weiter östlich von Caracas heißt diese Störung El Pilar Störung (EPF). 

Die NE-SW streichende Boconó-Störung akkumuliert zwischen 10-12 mm pro Jahr, die San Sebastian und El Pilar 16-18 mm pro Jahr. Die westliche Verlängerung der San Sebastian Störung ist die Oca-Ancón Störung (OAF), die nur ca. 3 mm pro Jahr akkumuliert. 

Hypothese: Wenn das erste Beben an der Boconó Störung begann (gelber Punkt in Abbildung 1) und das zweite auf der San Sebastian Störung (violetter Punkt, Epizentrum ca. 160 km weiter östlich), dann könnte man die höhere Magnitude durch die nach Osten hin zunehmenden Slip-Raten erklären. Der graue Punkt in Abbildung 1 zeigt die ungefähre Lage von Caracas.


Publikation: Franck A. Audemard M. a,⁎, Reinaldo Ollarves a, Michel Bechtold a, Gustavo Díaz a, Christian Beck b, Eduardo Carrillo b,c, Daniela Pantosti d, Hans Diederix (2008):  Trench investigation on the main strand of the Boconó³ fault in its central section, at Mesa del Caballo, Mérida Andes, Venezuela

Nachdem die grundlegenden Erdbebenparameter (Epizentrum, Tiefe, Magnitude - Erdbebenstärke) bestimmt sind, errechnet das USGS die zu erwartenden Bodenerschütterungen in der Umgebung. Hierbei werden, Informationen oder Abschätzungen über die Bodenbeschaffenheit verwendet, da zum Beispiel auf weichen Sedimenten stärkere Erschütterungen auftreten als auf Festgestein. Dann wird aufgrund von Karten der Bevölkerungsdichte geschaut, wie viele Personen welchem Maß an Bodenerschütterungen ausgesetzt sind.   Zuletzt werden Datenbanken zum Gebäudebestand in der jeweiligen Region herangezogen, um abzuschätzen, welcher Prozentsatz der Häuser bei bestimmten Erschütterungsstärken tatsächlich einstürzen. 

Manchmal aktualisiert der USGS diese Abschätzungen auch, wenn zum Beispiel mehr über den genauen Verlauf des Erdbebenbruchs bekannt wird, oder Messungen und Beobachtungen direkt in den betroffenen Gebieten genauere Informationen zur tatsächlichen Stärke der Erschütterungen liefern. 

Da die Unsicherheiten in vielen der benutzten Datenbanken und auch zum Bruchverlauf hoch sind, ist die Bandbreite der möglichen Opferzahl entsprechend auch sehr groß.  Hinzu kommt, dass Faktoren wie die Tageszeit (wo halten sich die Menschen zur Zeit des Bebens tatsächlich auf) nicht berücksichtigt werden.  Trotz allem liefern diese Abschätzungen einen Hinweis darauf, welche Beben eine große international relevante Katastrophe darstellen könnten und welche nur regionale Effekte haben werden und voraussichtlich keine internationale Hilfe benötigen. 

Live-Daten

Earthquake Explorer

Über den Earthquake Explorer stellt das am GFZ betriebene Mess-Netzwerk GEOFON aktuelle und archivierte seismische Daten und Erdbebenparameter bereit. An dem globalen Mess-Netzwerk sind neben dem GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung zahlreiche Partnereinrichtungen aus aller Welt beteiligt. Es umfasst zurzeit mehr als 1200 Messstationen.

Interaktive Liste | Karte

An dieser Stelle finden Sie einen von der GFZ-Redaktion gestalteten externen Inhalt von Earthquakeexplorer, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

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Der rot blinkende Kreis zeigt das aktuellste Erdbebenereignis an.

Erdbeben│Live-Seismogramme

Hier können Sie die über einen Zeitraum von 24-Stunden erfassten Seismogramme des GEOFON-Netzes betrachten. Die Daten dieser Stationen werden in Echtzeit über das Internet an das GEOFON-Datenzentrum übertragen. Die PNG-Plotdateien des aktuellen Tages werden alle 10 Minuten aktualisiert. Der aktuelle Tag wird durch "Today" ausgewählt. Eine interaktive Weltkarte und die Liste aller Stationen finden Sie hier (achten Sie auf das Icon LS, das Ihnen anzeigt, ob die jeweilige Station ein Live-Seismogramm anbietet).

Erdbebenmeldungen │ Liste

Bei GEOFON werden die Parameter eines Erdbebenereignisses (Lage des Epizentrums, Tiefe, Magnitude) automatisch und ohne Überprüfung durch eine(n) Geophysiker:in veröffentlicht, wenn das Ereignis an mindestens 30 Stationen beobachtet wurde. In diesem Fall wird der Status "A" angezeigt. Größere Erbeben werden manuell überprüft, denn automatisch ermittelte Erdbebenorte können dennoch eine unsichere Tiefe und Magnitude aufweisen. Auch kleine Ereignisse mit weniger als 25 Beobachtungen werden immer manuell ermittelt (mit "M" gekennzeichnet). "C" steht für automatisch erfasst und manuell bestätigt (unverändert).


Erdbebenforschung am GFZ

Hier folgend finden Sie alle GFZ-Sektionen, die schwerpunktmäßig Erdbeben und damit assoziierte Phänomene erforschen


Arbeitsmaterialien für verschiedene Zielgruppen

Erdbebenkataloge

Software

Daten, Produkte & Dienste | Sektion 2.6 "Erdbebengefährung und Dynamische Risiken"

  • Link zu allen Daten, Produkten & Diensten von Sektion 2.6 
    u.a. World Stress Map Datenbank 2016 (Globale Datenbank mit Datensätzen des gegenwärtigen Spannungszustand der Erdkruste und interaktiver Service zur Generierung nutzerspezifischer Spannungskarten) | Seismische Lastannahmen – Baunormen  | Sicherheitsbewertung von Stauanlagen | Erdbebenkataloge  | Europäische Makroseismische Skala EMS-98  | GSHAP Online Service (Online Service zur Generierung von Karten des Global Seismic Hazard Assessment Program und Bereitstellung der Daten zum Herunterladen)|  OpenBuildingMapCompletenessWeb (Datendienst zur interaktiven Abfrage vom Detektionswahrscheinlichkeitskarten verschiedener grosser seismischer Netzwerke) | European Facilities for Earthquake Hazard and Risk |Ground-Shaking Intensity Model Service


Experimentieranleitung: Plattentektonik 
In dieser Anleitung wird beschrieben, wie du durch die Bewegung einer tektonischen Platte Meere und Gebirge auch im kleinen Maßstab („Sandkasten“) entstehen lassen kannst. Zusätzlich lernst du die drei verschiedenen Typen der Plattengrenzen kennen.

Geeignet für Jugendliche ab 12 Jahren.

Download: Experimentieranleitung, ein kurzes Video zum Experiment und eine Animation zum Auseinanderbrechen von Pangäa

 

ZUR WEBSEITE DES SCHÜLERLABORS

Häufig gestellte Fragen

Bei Aufenthalt in einem Gebäude:
Einen konkreten Schutz vor Erdbeben gibt es nicht, auch weil diese noch nicht vorhergesagt werden können. Es ist im Falle eines Erdbebens äußerst wichtig, Ruhe zu bewahren und sofort Schutz unter einem schweren stabilen Möbelstück (z.B. Tisch) zu suchen. Ist dies nicht möglich, sollten Sie unter einen stabilen Türrahmen flüchten oder sich auf den Boden nahe einer tragenden Innenwand und weg von Fenstern legen. Dort sollten Sie Kopf und Gesicht mit verschränkten Armen schützen.

Bleiben Sie im Haus solange die Erdbebenerschütterungen anhalten. Am gefährlichsten ist der Versuch, das Gebäude während des Bebens zu verlassen, da man durch fallende Gegenstände oder Glassplitter verletzt werden kann. Ausnahme: Sie befinden sich bei Beginn der Erschütterung im Erdgeschoss in Nähe einer Außentür, die direkt ins Freie führt (Garten oder offener Platz, nicht enge Straße). Weiterhin gilt, kein Treppenhaus zu begehen und keinen Fahrstuhl zu benutzen.

Bei Aufenthalt im Freien:
Suchen Sie schnellstmöglich einen freien Platz auf, entfernt von Gebäuden, Straßenlampen und Versorgungsleitungen. Bleiben Sie dort, bis die Erschütterungen abgeklungen sind. Wenn Sie Auto fahren, steuern Sie es sofort an den Straßenrand, weg von Gebäuden, Bäumen, Überführungen und Versorgungsleitungen. Bleiben Sie im Fahrzeug, solange die Erschütterungen anhalten. Schalten Sie das Autoradio ein. Befahren Sie keine Brücken, Kreuzungen oder Unterführungen. Nach dem Beben fahren Sie mit größter Vorsicht weiter (vermeiden Sie dabei Brücken und Rampen, die durch das Beben beschädigt sein könnten) oder lassen Sie das Auto ganz stehen.

Befinden Sie sich bei Beginn der Erschütterungen am Fuße eines Steilhanges, dann bewegen Sie sich umgehend von diesem weg, denn es besteht die Gefahr von Erdrutschen oder Steinschlag. Befinden Sie sich an einer flachen Küste und bemerken dort Erdbebenerschütterungen, dann rennen Sie so schnell wie möglich landeinwärts auf möglichst höheres Niveau. Das Erdbeben kann unter Umständen bis zu 30 Meter hohe  Meereswogen auslösen, sogenannte Tsunamis. Diese treffen manchmal erst lange nach Abklingen der Bebenerschütterungen ein. Auch kann eine zweite Woge wesentlich später folgen. Deshalb verlassen Sie Ihren erhöhten Zufluchtsort erst, wenn offiziell eine Tsunami-Entwarnung gegeben wird.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem "GFZ-Merkblatt Erdbeben".

Erdbeben sind Bruchprozesse im Gestein, die zu Erschütterungen der Erdoberfläche führen. Die meisten Schadensbeben bisher haben tektonischen Ursprung (tektonische Erdbeben). Sie entstehen durch eine plötzliche Verschiebung entlang einer Bruchfläche in der Erdkruste und der daraus resultierenden Freisetzung der angesammelten elastischen Energie. Diese Bruchzonen finden sich vor allem an den Grenzen der Kontinentalplatten (Plattengrenzen). Die Forschung spricht hier auch von sogenannten tektonischen Verschiebungen. Neben den tektonischen Ursachen gibt es noch weitere Ursachen für Erdbeben wie zum Beispiel der Abbau von Rohstoffen. Dieser hinterlässt oft unterirdische Hohlräume (z.B. Steinkohlebergbau, Ölförderung), die durch tektonische Verschiebungen einstürzen können. Man spricht hier auch von menschengemachten Beben oder induzierter Seismizität. Eine weitere Ursache für Beben kann auch Vulkanismus sein.

Sehr starke Erdbeben mit Magnituden über acht ereignen sich weltweit im Durchschnitt einmal im Jahr. Erdbeben der Magnitude zwischen sieben und acht treten im Schnitt 15 Mal pro Jahr auf. Erdbeben mit Magnituden über sieben können verheerende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Moderatere Erdbeben mit der Stärke fünf bis sechs ereignen sich weltweit bis zu 1.300 Mal jährlich, kleinere Beben mit Magnituden von drei bis vier ereignen sich im Schnitt geschätzte 130.000 Mal pro Jahr. Erdbeben mit Magnitude drei werden in der Regel von Menschen nur dann noch gespürt, wenn sie sich in der Nähe des Erdbebenherdes aufhalten. Solche kleinere Beben führen in den allermeisten Fällen nicht zu Schäden.

Nein, Erdbeben können nicht auf Tag, Ort und Stärke vorhergesagt werden. Allerdings entwickeln Seismolog:innen heutzutage seismische Gefährdungskarten, in denen die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von starken Bodenerschütterungen durch tektonische Erdbeben für einen festgelegten Zeitraum angegeben werden kann. Zudem forschen Wissenschaftler:innen an verschiedenen Methoden zur Erdbebenfrühwarnung.

Die Erdbebengefährdung in Deutschland ist im globalen Vergleich zwar relativ gering, aber nicht vernachlässigbar. Insbesondere im Rheingebiet, auf der Schwäbischen Alb sowie in Ostthüringen und Westsachsen mit dem Vogtländischen Schwarmbebengebiet kommt es immer wieder zu kleineren Erdbeben. Deutlich fühlbare oder gar schadenverursachende Erdbeben gehören in Deutschland allerdings zu den seltenen Ereignissen.

Es gibt in der Erdbebenforschung zwei Skalen, um die Erdbeben bzw. die Erdbebenerschütterungen nach ihrer Stärke zu klassifizieren. Beide werden oft verwechselt. Dieses Merkblatt erklärt die beiden Skalen, Magnitude und Intensität, noch einmal genauer.

Einer der am schwierigsten in Echtzeit zu messenden Parameter ist die Herdtiefe eines Erdbebens. In vielen, wenn nicht sogar den meisten Fällen lässt die Geometrie des Messnetzwerks in Bezug auf das Epizentrum keine zuverlässige Tiefenbestimmung zu. Dies ist insbesondere bei flachen Erdbeben der Fall, wenn keine Aufzeichnungen von Stationen in der Nähe des Epizentrums verfügbar sind.  

Gleichzeitig sind die Erdbeben in den meisten Teilen der Welt seicht, d. h. innerhalb der Erdkruste (bis xy km Tiefe). In Fällen, in denen eine Tiefenbestimmung nicht möglich ist und das Erdbebenzentrum höchstwahrscheinlich seicht liegt, setzen wir eine Standardtiefe von 10 km an. Dies bedeutet nicht, dass das Erdbebenzentrum tatsächlich in 10 km Tiefe liegt. Vielmehr bedeutet es ein flaches Zentrum, wobei flach in der Regel irgendwo zwischen der Erdoberfläche und 30-40 km Tiefe bedeutet.

Beachten Sie, dass bei GEOFON bei wichtigen Erdbeben häufig eine manuelle Revision der Position durchgeführt wird. Bei der manuellen Überprüfung kann ein:e erfahrene:r Seismolog:in manchmal Signale identifizieren, die die Tiefe besser eingrenzen helfen als die automatische Analyse es kann. In diesem Fall können Erdbeben, deren Tiefe zunächst auf 10 km festgelegt wurde, später in eine andere, besser eingegrenzte Tiefe verlegt werden.

Derzeit stehen uns mehr als 1200 hochwertige Breitbandseismometer zur Verfügung, die weltweit verteilt sind. Je nach Ereignis variiert die Zahl der Messstationen, mit der wir ein Beben auswerten. Eine höhere Dichte an Messstationen in Europa und Südostasien sorgt für eine bessere Abdeckung in diesen Regionen. Die in letzter Zeit genutzten Stationen sind auf der interaktiven Karte auf unserer Homepage zu sehen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite GEOFON Extended Virtual Network.

GFZ FAQs

(PDF, 606KB)

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