Etablierung eines multidisziplinären, aktiven tektonischen Rahmens an der Übergangszone zwischen der Adria-Kollision und der ägäischen Extension .
Aufbauend auf das abgeschlossene Projekt EAT – Ostadriatische Tektonik untersucht AArTe im Rahmen des Schwerpunktprogrammes DEFORM wie sich der Übergang von Kollision zu Subduktion auf die intensive Deformation der Oberplatte der westlichen Balkanregion auswirkt.
Das Projekt zielt darauf ab, ein multidisziplinäres, integriertes Verständnis des seismotektonischen Regimes entlang dieser diffusen Plattengrenze zu entwickeln, indem geologische, geodätische und seismologische Daten verwendet werden. Das Gebiet dient als Übergangszone zwischen dem „kollisionalen“ konvergenten Rand der Adria und der ägäischen back-arc-Extension, die durch den Rückzug des hellenischen Grabens angetrieben wird – einer Region, die durch erhebliche seismische und Tsunami-Gefahren gekennzeichnet ist.
Wir werden geologische und geophysikalische Deformationsmuster mit numerischen Modellen beschreiben, um die realistischste aus drei geodynamischen Hypothesen zu finden: 1) Die relative Bewegung der Subduktionszone von Kollision (der Tiefseegraben verschiebt sich vorwärts) zu Extension (der Tiefseegraben verschiebt sich rückwärts) verursacht toroidale Strömungen im Mantel, welche wiederum eine großräumige Rotation der Dinariden-Westgriechenlands verursachen; 2) der extensionale Kollaps der hochgelegenen Dinariden-Helleniden in Richtung des tieferliegenden Mittelmeerraums; 3) das westwärts gerichtete Weiterwachsen der Nordanatolischen Störung über die zentrale hellenische Scherzone bis zur der Kefalonia-Transform-Störung.
Die Ziele des Projekts sind:
- die komplexen, aktiven Deformationsmuster und die Kinematik in Mazedonien, Albanien und Nord-Zentralgriechenland aufzulösen, einschließlich vertikaler und horizontaler Bewegungen und Blockrotationen.
- die räumlich-zeitlichen Beziehungen zwischen verschiedenen Störungssystemen mit Hilfe von aktueller und langfristier Deformation zu analysieren, insbesondere, wie diese das regionale Spannungsfeld steuern.
- eine aktualisierte seismotektonische Karte der Region zu erstellen, die für die Rekonstruktion der geodynamischen Entwicklung und die Unterlegung der Bewertung von geologischen Gefahren in der Region Adria bis Griechenland unerlässlich ist.
Projektlaufzeit
2025-2027
Zuwendungsgeber
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 540895436
Kooperationen
Laura Wallace (Kiel University), Taylor Schildgen (GFZ), Susan Ellis (GNS Science, NZ), Giorgio Gomba (DLR), Giorgio Arriga, Francesca Rossetti (University of Roma Tre), Ioannis Papanikolaou (Athens University), Vasiliki Mousoupolou, Christos Evangelidis (NOA, Athens), River Shen (National Taiwan University)