Detailansicht

Meldungen

Internationale ESA-Workshops zu Satellitenmessungen des Erdmagnetfelds am GFZ

Rund 150 Teilnehmende aus über 20 Ländern tagten zur Datenqualität der ESA-Missionen Swarm und NanoMagSat. Das GFZ spielt heute u.a. eine wichtige Rolle im Swarm DISC Konsortium für Datenprodukte.

In der ersten Oktoberwoche fanden am GFZ zwei von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA organisierte Workshops statt: zum einen der 16. Workshop zur Datenqualität der Swarm Satelliten (5.-8.10.2026), dies in Kombination mit dem 2. NanoMagSat Symposium (8.-9.10). Swarm ist eine Konstellation aus drei Satelliten, die sich seit 2013 in ihren Umlaufbahnen befinden. NanoMagSat ist eine ebenfalls aus drei Satelliten bestehende, geplante Kleinsatellitenmission, von denen der erste Satellit 2027 starten soll.

An dem Workshop nahmen vor Ort mehr als 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 20 Ländern weltweit teil, bis zu 30 Weitere schalteten sich online zu. Die Veranstaltung bot Gelegenheit zum intensiven Austausch zwischen den Satellitenbetreibern und Datennutzern zur Sicherstellung hochqualitativer Messdaten, sowie zur fruchtbaren Diskussion wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Die ESA-Satellitenmissionen Swarm und NanoMagSat dienen speziell der Messung des Erdmagnetfelds, und liefern darüber hinaus wichtige Daten über die obere Atmosphäre, insbesondere die Ionosphäre und Thermosphäre, sowie Datenprodukte zur Charakterisierung und Überwachung von Weltraumwetterbedingungen. Das Erdmagnetfeld hat für die Erde eine wichtige Funktion als Schutzschild vor dem Sonnenwind und kosmischer Strahlung (Weltraumwetter). Auch spielt es neben dem modernen GPS-System nach wie vor eine wichtige Rolle zur Navigation. Darüber hinaus liefert es der Wissenschaft Erkenntnisse über das tiefe Erdinnere und die Erdgeschichte. Da das Erdmagnetfeld sowohl schnelle Schwankungen als auch langfristige Änderungen aufweist sind permanente, genaue Messdaten für Forschung und praktische Anwendungen unverzichtbar. 

Globale Phänomene wie das Erdmagnetfeld lassen sich nur in internationaler Zusammenarbeit und mit weltweit geteilten Beobachtungsdaten für diese verschiedenen Zwecke nutzen, daher sind internationale Tagungen wie diese von hoher Bedeutung. Das GFZ hatte die Swarm-Mission der ESA im Jahr 2002 gemeinsam mit Instituten aus Dänemark und Frankreich vorgeschlagen. Es ist somit seit Beginn stark an der internationalen Mission beteiligt und spielt heute eine wichtige Rolle im Swarm DISC Konsortium für Datenprodukte und wissenschaftliche Auswertung der gemessenen Daten. Hierfür lieferte die langjährige Erfahrung aus der deutschen Mission CHAMP eine wichtige Grundlage. Diese Satellitenmission zur Messung des Erdmagnet- und Schwerefelds wurde wissenschaftlich vom GFZ geleitet, und war in den Jahren 2000 bis 2010 sehr erfolgreich im Orbit. 

Das GFZ ist in Deutschland das wichtigste Zentrum für Erdmagnetfeldmessung und -forschung und stellt Messdaten vom Erdboden und von Satelliten, genaue Kartierungen des Erdmagnetfelds sowie Kennzahlen und Vorhersagen zur Weltraumwetteraktivität zur Verfügung.

Workshop-Organisation am GFZ: 
GFZ Sektion 2.3 (Dr. Guram Kervalishvili und Dr. Karina Izabela Wilgan) und Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik

Weitere Meldungen

zurück nach oben zum Hauptinhalt