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Geospex: Eine neue Nachwuchsforschergruppe zur Erforschung kritischer Rohstoffe

Dr. Saeid Asadzadeh baut aktuell eine Nachwuchsgruppe mit Schwerpunkt Rohstoffexploration mittels Fernerkundung aus der Luft und dem All auf.

Dr. Saeid Asadzadeh baut aktuell eine Nachwuchsgruppe mit Schwerpunkt Rohstoffexploration mittels Fernerkundung aus der Luft und dem All auf.

Seit Juni 2026 baut Dr. Saeid Asadzadeh von der Arbeitsgruppe „Anwendungen der hyperspektralen Fernerkundung“ (GFZ-Sektion Fernerkundung und Geoinformatik) eine neue Nachwuchsgruppe mit Schwerpunkt Rohstoffexploration auf. Die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit insgesamt mehr als drei Millionen Euro für fünf Jahre geförderte Gruppe „Geo-Spectral Exploration (Geospex) hat das Ziel, Explorationstechnologien der nächsten Generation voranzutreiben und zugleich künftige Expert:innen für die Mineralexploration auszubilden.

Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft treibt eine beispiellose Nachfrage nach kritischen Rohstoffen an. Metalle wie Neodym und Dysprosium, beides Metalle der Seltenen Erden, sind unverzichtbar für Hochleistungsmagnete, die in Windkraftanlagen und Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen, während Lithium und Nickel Schlüsselkomponenten von wiederaufladbaren Batterien sind. Kupfer bildet unterdessen das Rückgrat der expandierenden Stromnetze, die zur Unterstützung der Energiewende benötigt werden.

Gleichzeitig machen zunehmende geopolitische Unsicherheiten und die Risiken einer Abhängigkeit von einer begrenzten Anzahl von Lieferanten deutlich, dass die Europäische Union und Deutschland ihre Rohstoffquellen diversifizieren und die Widerstandsfähigkeit ihrer Lieferketten stärken müssen. Hierfür ist es erforderlich, verlorenes Fachwissen wieder aufzubauen, enger mit rohstoffreichen Ländern zusammenzuarbeiten und innovative Explorationstechnologien zu entwickeln, mit denen unentdeckte Bodenschätze identifiziert werden können.

Geospex wird multiskalige Bildspektroskopie über viele Wellenlängen hinweg mit künstlicher Intelligenz und realen Explorations-Datensätzen kombinieren, um quantitative Methoden zur Charakterisierung und Vorhersage der Eigenschaften von Erzsystemen über verschiedene räumliche Skalen hinweg zu entwickeln. Das Projekt zielt darauf ab, die Erkundung und Bewertung kritischer Mineralressourcen, die für die Energiewende benötigt werden, zu verbessern.

Die Initiative baut auf der umfassenden Expertise des GFZ in den Bereichen Fernerkundung und bildgebende Spektroskopie auf. 

Sabine Chabrillat, Arbeitsgruppenleiterin und wissenschaftliche Projektleiterin der Satellitenmission EnMAP, erklärt: Geospex vereint unsere langjährige Expertise in der Erfassung und Verarbeitung hyperspektraler Daten – die sich in der EnMAP-Mission mit dem DLR und unserem Beitrag zur bevorstehenden ESA-CHIME-Mission bewährt hat – mit Fachwissen in den Bereichen Mineralogie, Geologie und Exploration.

Martin Herold, Leiter der Sektion Fernerkundung und Geoinformatik am GFZ, sagt: Das Geospex-Projekt passt perfekt zu den Zielen unseres neuen Forschungsprogramms ‚Eine Erde – Wissenschaft und Lösungen für einen lebenswerten Planeten‘ im Rahmen des Helmholtz-Forschungsfelds Erde und Umwelt. Das Programm markiert die 5. Förderperiode der Programmorientierten Förderung (PoF V), die 2028 beginnt und einen starken Schwerpunkt auf das Verständnis und die Sicherung der Georessourcen legt, die für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft benötigt werden“.

Philipp Weis, Koordinator Topics „Georessourcen“ im aktuellen PoF-IV-Programm, bestätigt:Geospex beschreitet in Zusammenarbeit mit zahlreichen internationalen Partnern neue Wege an der Schnittstelle zwischen neuartigen, skalenübergreifenden Mineralien-Systemmodellen und innovativen Anwendungen in der Mineralexploration und bietet gleichzeitig eine einzigartige Ausbildungsplattform für die nächste Generation von Wirtschaftsgeolog:innen.

Sascha Brune (Leiter des PoF-V-Topics „Dynamische Erde“) hebt den interdisziplinären Charakter des Projekts hervor: Wissenschaft entfaltet oft an den Grenzen zwischen den Disziplinen die größte Wirkung, weshalb interdisziplinäre Forschung ein Eckpfeiler von PoF V ist. Die Geospex-Gruppe verkörpert diese Vision, indem sie die Fernerkundungskompetenz des GFZ mit unserer Lagerstättenforschung vereint – und so die wissenschaftliche Grundlage für die Mineralexploration der nächsten Generation schafft.

Martin Herold, der nicht nur Leiter der Abteilung 1.4, sondern auch Programmkoordinator des GFZ für PoF V ist, betont die strategische Bedeutung der Initiative: Die Gründung der Geospex-Nachwuchsgruppe kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Durch die Nutzung der hervorragenden Infrastruktur und der wissenschaftlichen Expertise des GFZ ist das Projekt bestens aufgestellt, um einen Beitrag zur Bewältigung des wachsenden nationalen Bedarfs an einer sicheren und nachhaltigen Rohstoffversorgung zu leisten.

Für Saeid Asadzadeh bietet das GFZ ein ideales Umfeld für den Aufbau der neuen Forschungsgruppe. Das GFZ bietet eine einzigartige Kombination aus wissenschaftlicher Infrastruktur und Fachkompetenz von Weltklasse“, sagt er. „Von hochmodernen geochemischen Laboren in der Sektion 3.1 bis hin zu spektroskopischen Sensoren auf dem neuesten Stand der Technik in der Sektion 1.4 stellt das Zentrum alles bereit, was für Spitzenforschung erforderlich ist. Als Geburtsort von EnMAP ist das GFZ zudem weltweit führend in der Bildspektroskopie, und die Arbeit mit EnMAP-Daten in den letzten vier Jahren hat deren enormes Potenzial für die Mineralexploration aufgezeigt. Ebenso wichtig ist die von kollegialer Zusammenarbeit geprägte Atmosphäre am GFZ, in der die Forschenden ihr Wissen und ihre Fachkenntnisse offen miteinander teilen.

Die Forschung wird an fünf Untersuchungsstandorten in Australien, Chile, Kanada, Namibia und Brasilien durchgeführt. Diese Standorte umfassen mehrere wichtige Lagerstättentypen, die kritische Mineralressourcen wie Li, Cs, Ta, Rb, Seltenerdelemente (REEs), Zr, Nb, Cu, Mo, Au und Ni beherbergen. Geospex wird sein Team durch die Einstellung von vier Doktorand:innen und zwei Masterstudierenden erweitern und damit Nachwuchswissenschaftlern neue Möglichkeiten bieten, zu innovativer Forschung an der Schnittstelle von hyperspektraler Fernerkundung, künstlicher Intelligenz und Mineralexploration beizutragen.

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