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Ehrung in Wien und Abschiedskolloquium am GFZ für Prof. Dr. Frank Flechtner

Ein Großteil der Karriere Frank Flechtners ist mit den Satellitenmissionen der GRACE-Familie verbunden. Die Daten von GRACE haben insbesondere die Klimaforschung revolutioniert.

Prof. Dr. Frank Flechtner ist jüngst bei der Generalversammlung der EGU in Wien mit der Vening-Meinesz-Medaille ausgezeichnet worden. Die Abteilung Geodäsie der European Geosciences Union (kurz EGU) vergab die Auszeichnung für Frank Flechtners innovative Arbeiten in der Bestimmung des Schwerefelds und für seine herausragende Beiträge zur Realisierung bahnbrechender Satellitenmissionen. Kurz darauf wurde Frank Flechtner am GFZ mit einem Kolloquium in den Ruhestand verabschiedet. Er war seit der Gründung des GFZ im Jahr 1992 Mitarbeiter. Ab 2010 leitete er die Sektion Globales Geomonitoring und Schwerefeld. Zum 1.März 2026 gab er die Leitung der Sektion an Prof. Dr.-Ing. Annette Eicker ab. 

Ein Großteil der Karriere Frank Flechtners ist mit den Satellitenmissionen der GRACE-Familie verbunden. Das erste Satelliten-Duo des „Gravity Recovery and Climate Experiment“ (GRACE) war 2002 ins All gestartet und hatte mit einer bis dahin unerreichten Präzision das Schwerefeld der Erde und dessen monatliche Änderungen vermessen. Es war eine gemeinsame Mission der NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Sie war seit 1996 von der Universität von Texas in Austin, Zentrum für Weltraumforschung (UTCSR), dem GFZ und den Jet Propulsion Laboratories (JPL) in Pasadena geplant worden. 

Die Daten von GRACE haben insbesondere die Klimaforschung revolutioniert: Erstmals war es möglich, konkrete Messungen des Eismassenverlusts der großen Eisschilde anzustellen und auch Veränderungen der Grundwasserspeicher aus dem Weltall zu verfolgen. Prof. Michael M. Watkins, ehemaliger JPL-Direktor der JPL und Mitentwickler von GRACE, nannte die Mission einer der wichtigsten Klima-Missionen der NASA. In den vergangenen Jahren hat sich der Fokus auf Grundwasser verlagert. Mehr als 5000 wissenschaftliche Studien basieren auf den Daten von GRACE (bis 2017 im All) und der Nachfolgemission GRACE-FO (seit 2018 im All). Im Durchschnitt der letzten Jahre sind neun neue Studien pro Woche mit GRACE-Daten erschienen. 

Prof. Dr. Susanne Buiter, Wissenschaftliche Vorständin des GFZ, hob anlässlich des Abschieds von Frank Flechtner seine Führungsrolle für die Verwirklichung der GRACE-Follow-On-Mission hervor und zitierte aus der Laudatio für die Vening-Meinesz-Medaille: „Es ist dem persönlichen Engagement und Einsatz von Frank Flechtner zu verdanken, dass die Satelliten Daten von höchster Qualität liefern und damit das Erbe der GRACE-Mission fortsetzen. Seine Vision leitet nun die Entwicklung von Missionen der nächsten Generation wie GRACE-C und MAGIC sowie die Einführung innovativer Quantentechnologien auf weltraumgestützten Plattformen.“

GRACE-C wird derzeit von Airbus gebaut und soll 2028 starten. Die Abstandsmessung der beiden Satelliten wird nicht mehr mit Mikrowellen erfolgen wie bisher, sondern mit einem Laser-Ranging-Interferometer (LRI). Das LRI ist aktuell höchst erfolgreich als Technologiedemonstrator auf GRACE-FO im Einsatz. 

Frank Flechtner war nicht nur Wissenschaftler und Manager, sondern auch Hochschullehrer und Mentor. Er engagierte sich in Organisationen wie der International Association of Geodesy (IAG) und EGU und war ein Motor der internationalen Zusammenarbeit. Er hatte immer auch die Vermittlung von Wissenschaft in die Öffentlichkeit im Blick. Seine Impulse waren entscheidend für die Entwicklung der Seite www.globalwaterstorage.info, die leicht verständlich zeigt, wie sich globale Wasserspeicher verändern und wie die Messungen vom Weltall aus funktionieren. Für Frank Flechtner gab es daher am Ende des Kolloquiums eine „Waterstorage“-Torte, die ihm den Abschied versüßen sollte. 

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