Prof. Dr.-Ing. Annette Eicker hat zum 1. März 2026 die Leitung der Sektion 1.2 „Globales Geomonitoring und Schwerefeld“ am GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung übernommen. Sie folgt auf Prof. Dr. Frank Flechtner, der während seiner 13-jährigen Leitung der Sektion maßgeblich die GRACE- und GRACE-FO Missionen mitgestaltet und weiterentwickelt hat und der nun in den Ruhestand geht.
Annette Eicker ist seit 2016 Professorin für Geodäsie und Ausgleichungsrechnung an der HafenCity Universität Hamburg. Zuvor war sie seit 2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geodäsie und Geoinformation der Universität Bonn, wo sie dann auch promoviert wurde und zuletzt als akademische Rätin tätig war. Internationale Forschungsaufenthalte führten sie u. a. an das NASA Jet Propulsion Laboratory (USA) sowie an die Université de Rennes 1 (Frankreich).
Annette Eicker hat in ihrer Forschung wesentlich zur Weiterentwicklung satellitengestützter Erdbeobachtung beigetragen. Sie war unter anderem Mitglied des NASA Review Panels für das Science Data System der GRACE C Mission (2024-2025) und von 2021 bis 2025 Präsidentin der Geodesy Division der European Geosciences Union (EGU).
Schwerpunkte von Annette Eickers wissenschaftlicher Arbeit sind die Schwerefeldbestimmung der Erde basierend auf der Auswertung von Satellitendaten, hydrologische Massenänderungen, sowie Methoden der geodätischen Zeitreihenanalyse. Ihre Arbeiten tragen zum Verständnis globaler Wasserverteilung, Grundwasserveränderungen und klimabedingter Massenverschiebungen bei.
Mit der Sektion 1.2 übernimmt Annette Eicker unter anderem die Verantwortung für bedeutende Forschungsinfrastrukturen und wissenschaftliche Dienste, die für das GFZ und die Helmholtz-Gemeinschaft von herausragender Bedeutung sind. Dazu gehören allen voran die Satelliten-Gravitationsmissionen GRACE-FO und GRACE-C, aber auch ergänzende Infrastruktur wie mehrere supraleitende Gravimeter, eine Satellitenempfangsstation und eine Satelliten-Laserentfernungsmessstation. Basierend auf den durch diese Infrastruktur gewonnen geowissenschaftlichen Daten wird Annette Eicker die Nutzung für Quantifizierung von Massentransportprozessen vorantreiben. Dies ermöglicht zum Beispiel die Überwachung großräumiger Veränderungen von Eismassen, des Grundwasserspiegels und des Meeresspiegelanstiegs und liefert damit auch Daten zur Validierung von Klimamodellen.