Dr. Eva Börgens, Wissenschaftlerin in der Sektion 1.3 Erdsystem-Modellierung am GFZ, erhält den „Early Career Scientist Award“ des Fachbereichs Geodäsie, der von der Europäischen Geowissenschaftlichen Union für wissenschaftliche Spitzenleistungen in der frühen Karrierephase verliehen wird.
Die EGU organisiert mit der jährlich stattfindenden Generalversammlung die größte und bedeutendste Veranstaltung der europäischen Geowissenschaften. Weit über Europa hinaus bringt sie Geowissenschaftler:innen aus der ganzen Welt zu einem Treffen zusammen. Es ist ein Forum, in dem Forschende, insbesondere auch Nachwuchswissenschaftler:innen, ihre Arbeit vorstellen und ihre Ideen mit Expert:innen aus allen Bereichen der Geowissenschaften diskutieren. Die Sitzungen des Treffens decken ein breites Spektrum an Themen ab, darunter Hydrologie und Meteorologie, Fernerkundung, Naturgefahren, Geomorphologie, Tektonik und Vulkanologie. In diesem Jahr fand die EGU vom 3. bis 8. Mai 2026 statt, wie immer in Wien, und hieß mehr als 22.000 Teilnehmer:innen willkommen. Mit rund 20.000 Beiträgen, davon 58% durch Nachwuchswissenschaftler:innen, war die Generalversammlung ein großer Erfolg. Wissenschaftlich-thematisch ist die EGU in Abteilungen, sogenannte „Divisions“ organisiert.
Die Preisträgerin Eva Börgens ist Expertin für Hydro-Geodäsie. Den Award erhält Eva Börgens u.a. für die wissenschaftliche Arbeit zu Veränderungen der terrestrischen Wasserspeicherung, die Auswertung und Interpretation von Satellitenbeobachtungen (GRACE und GRACE-FO) des globalen Wasserkreislaufes. Sie kombiniert die mittels Satelliten-Altimetrie erhobenen Daten mit Beobachtungsdaten für terrestrische Wasserspeicher (TWS - Terrestrial Water Storage) und modelliert entstehende Ungenauigkeiten. Ihre Forschung konzentriert sich aktuell unter anderem auf die Quantifizierung der anhaltenden Dürre in Mitteleuropa seit 2018. Geodätische Daten bereitet Börgens so anwendungsnah auf, dass sie für die Wasserhaushaltsforschung, Dürreüberwachung und das Wassermanagement nutzbar werden. Ein Fokus liegt also auch explizit auf der Schnittstelle zwischen Daten und Anwendung, um komplexe Datensätze zugänglich zu machen. Als Teil des GFZ GRACE-FO-Teams stellt sie direkt verwertbare Daten über öffentliche Datendienste für ein breites Nutzerpublikum bereit.
Zur Person
Eva Börgens genießt in der Fachgemeinschaft hohes Ansehen als Leiterin der Arbeitsgruppe „Spatial Leakage Mitigation in Satellite Gravimetry“ der Internationalen Vereinigung für Geodäsie (IAG) und der Arbeitsgruppe "Global Terrestrial Water Storage Product: Error Assessment and Improvements" des International Space Science Institute (ISSI) in Bern. Sie engagiert sich aktiv bei Fachveranstaltungen. Von 2020 bis 2023 war sie Teil der Postdoktoranden-Vertretung des GFZ und ist seit 2023 Mitglied des Wissenschaftlichen Rates des GFZ.
Dr. Eva Börgens studierte von 2008 bis 2014 Geodäsie und Geoinformation im Bachelor and Master an der Universität Bonn, mit einem Auslandsaufenthalt an der University of Calgary, Kanada. Von 2014 bis 2018 promovierte Börgens an der Deutschen Geodätischen Forschungsinstitut der Technischen Universität in München mit dem Thema „Beobachtung und Modellierung von Wasserständen mit Hilfe der Satellitenaltimetrie“, mit einem kurzen Aufenthalt an der Technical University Denmark (DTU-Space). Seit 2019 arbeitet sie als Postdoktorandin am GFZ in der Sektion 1.3 Erdsystemmodellierung.