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Enge Zusammenarbeit für die Wärmeversorgung mit Geothermie gestartet

Die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) und das GFZ schließen einen Projektvertrag zur geothermischen Erschließung weiterer Standorte in Potsdam.

Die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) und das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung haben kürzlich einen Projektvertrag zur geothermischen Erschließung weiterer Standorte in Potsdam unterzeichnet. Der Vertrag markiert den Beginn einer vierjährigen intensiven Zusammenarbeit im Rahmen des Kooperationsprogramms „Wärme mit Geothermie“, das die Nutzung hydrothermaler Geothermie für die Wärmeversorgung der Landeshauptstadt entscheidend voranbringt.

Ziel der Kooperation ist es, das geothermische Potenzial Potsdams systematisch zu erschließen und langfristig in die kommunale Wärmeversorgung zu integrieren. Das GFZ bringt dabei seine wissenschaftliche Expertise in den Bereichen Exploration, Reservoirerschließung, Bewirtschaftung und Monitoring ein, während die EWP als Projektträgerin die Gesamtplanung und -investition, die technische Umsetzung sowie die Integration in das städtische Wärmenetz verantwortet. Darüber hinaus übernimmt die EWP die wirtschaftliche Verantwortung für die Umsetzung und stemmt die hierfür erforderlichen Investitionen in Infrastruktur, Anlagenbau und Netzintegration, um die Projekte zuverlässig und im vorgesehenen Zeitrahmen zu realisieren. Der Projektvertrag läuft bis Ende 2029.

Versorgung von bis zu 6.900 Haushalten allein aus dem ersten Projekt

„Wir haben mit unserem ersten großen Geothermieprojekt an der Heinrich-Mann-Allee bereits eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in der Nutzung von Erdwärme in Potsdam steckt“, erklärt Carsten Schulte, technischer Geschäftsführer der EWP. „Allein durch diese Anlage werden künftig mehr als 4 Megawatt thermische Leistung in unser Wärmenetz eingespeist – das entspricht der Versorgung von über 6.000 Haushalten. Die Zusammenarbeit mit dem GFZ und deren Expertise ermöglicht es uns, dieses Erfolgskonzept auf weitere Standorte zu übertragen.“

GFZ Expertise bei Tiefengeothermieprojekten

Das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung ist das nationale Forschungszentrum für die Geowissenschaften. Es erforscht das System Erde und ihre Dynamik, um wissenschaftliche Grundlagen auch für eine nachhaltige Nutzung geologischer Ressourcen zu schaffen. Das GFZ gilt bundesweit als Vorreiter im Bereich der Tiefengeothermie und verfügt über herausragende wissenschaftliche Kompetenzen in der geothermischen Forschung.

„Mit dieser Kooperation verbinden wir Forschung und Praxis auf beispielhafte Weise“, sagt Prof. Dr. Susanne Buiter, Wissenschaftliche Vorständin des GFZ. „Die Forschung zu Geothermie hat am GFZ eine herausragende Bedeutung, denn die Nutzung der Erdwärme kann einen wesentlichen Beitrag zur dringend nötigen Wärmewende leisten. Die geologischen Bedingungen hierfür sind in unserer Region günstig und wir tragen gerne dazu bei, diesen Schatz zu heben.“

Prof. Dr. Ingo Sass, Projektleiter von Seiten des GFZ und dort Leiter der Sektion Geoenergie, betont: „Als Teil des Norddeutschen Beckens bietet die Geologie in Berlin-Brandenburg mindestens ein halbes Dutzend hydrothermaler Schichten. In Potsdam könnten erstmalig mehrere Reservoirhorizonte erschlossen und genutzt werden. Dies wäre ein Meilenstein für die geothermische Wärmeversorgung mit Signalwirkung weit über das Norddeutsche Becken hinaus.“

Wärmezukunft für Potsdam: Neue Erzeugungsanlagen ersetzen Kraftwerk

Im Rahmen ihrer Strategie zur schrittweisen Ablösung des Heizkraftwerks und zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit plant die EWP insgesamt acht Tiefengeothermie-Projekte. „Das Heizkraftwerk hat uns seit 1995 sehr gute Dienste geleistet. Nun kommen die technischen Anlagen an ihre Verschleißgrenze und wir müssen bis 2030 den ersten Ablösungsschritt schaffen“, betont Monty Balisch, kaufmännischer Geschäftsführer der EWP. „Die Wärme für Potsdam wird künftig dezentral an mehreren Standorten erzeugt – unter Einsatz von Tiefengeothermie, Flusswasserwärme sowie ergänzend durch Blockheizkraftwerke und Power-to-Heat-Anlagen. So erfüllen wir nicht nur die gesetzlichen Vorgaben, sondern sorgen für eine zukunftssichere, unabhängige, bezahlbare Wärmeversorgung in unserer Stadt.“
 

Weitere Informationen zum Thema Geothermie und Geothermieforschung am GFZ finden Sie auf unserer Focus-Seite.

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