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Bohrbeginn für zweite Geothermieanlage der EWP in Potsdam

Im Beisein von Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement, GFZ-Vorständin Susanne Buiter und weiteren Projektpartnern wurde der Bohrstart am Standort des Heizkraftwerks Süd gefeiert.

Am heutigen Montag feierten die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) und das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung gemeinsam mit weiteren Partnerinstitutionen den offiziellen Bohrbeginn für eine zweite Geothermieanlage in Potsdam. Am Standort des Heizkraftwerks Süd im Südosten Potsdams sollen bis 2027 mehrere Tiefbohrungen die Wärme in Untergrund für die Fernwärmenutzung erschließen. Das GFZ begleitet das Projekt wissenschaftlich-beratend und mit Labor- und Modelluntersuchungen. 

Dr. habil. Sven Fuchs, Arbeitsgruppenleiter für Hydrothermal Energie in der Sektion Geoenergie des GFZ, erläutert die Rolle der Wissenschaft: „Die genaue Charakterisierung der Gesteinsschichten im Untergrund und ein Verständnis der dort ablaufenden Prozesse sind zentral für eine optimale Nutzung der Reservoire. Nur, wenn wir wissen, wie sich Lage und Eigenschaften im Untergrund verteilen und bei Nutzung verhalten, können die Energieversorger den Wärmeentzug und ihre Anlagen optimal planen. Die Begleitung des Bohrprozesses und die Unterstützung der Untergrundcharakterisierung ist eine wichtige Unterstützung.“

„Wir sehen ein enormes Potenzial für die Nutzung von Erdwärme im Potsdamer Untergrund“, sagt Carsten Schulte, technischer Geschäftsführer der EWP. „Das haben mit unserem ersten großen Geothermieprojekt an der Heinrich-Mann-Allee bereits eindrucksvoll gezeigt.“ Von dort werden künftig mehr als 4 Megawatt thermische Leistung in das Potsdamer Wärmenetz eingespeist, was der Versorgung von mehr als 6.000 Haushalten entspricht. Carsten Schulte: „In Zusammenarbeit mit dem GFZ werden wir unser Erfolgskonzept auf weitere Standorte übertragen.“

Wie tief die Bohrung am Ende genau reichen wird, hängt von den Bedingungen im Untergrund ab. Hitze allein genügt nicht, sondern es muss ausreichend durchlässiges Gestein mit genügend Thermalwasser vorhanden sein, um über ein System von zwei oder mehreren Bohrungen Wärme nach oben und abgekühltes Wasser wieder nach unter zu bringen. 

„Die Kooperation mit EWP verbindet Forschung und Praxis auf beispielhafte Weise“, sagt Prof. Dr. Susanne Buiter, Wissenschaftliche Vorständin des GFZ. „Wir freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit in der Forschung zu Geothermie, die bei uns eine herausragende Bedeutung hat.“ Prof. Dr. Ingo Sass, Projektleiter von Seiten des GFZ und Leiter der Sektion Geoenergie, ergänzt: „Der Untergrund von Berlin-Brandenburg bietet mindestens ein halbes Dutzend hydrothermaler Schichten. In Potsdam haben wir die Chance, erstmals mehrere dieser Horizonte zugleich zu erschließen und zu nutzen. Das wäre ein Meilenstein für die geothermische Wärmeversorgung mit Signalwirkung weit über die Region hinaus.“

Die EWP und das GFZ arbeiten bereits seit 2020 gemeinsamen an der Erkundung des Potsdamer Stadtgebietes. Eine kürzlich unterzeichnete Vereinbarung sieht die Fortführung der erfolgreichen Zusammenarbeit im Rahmen des vierjährigen Kooperationsprogramms „Wärme mit Geothermie“ vor. 


Weitere Informationen: 

Pressemitteilung zur Kooperation GFZ - EWP:
https://www.gfz.de/presse/meldungen/detailansicht/enge-zusammenarbeit-fuer-die-waermeversorgung-mit-geothermie-gestartet

Projektseite: 
https://www.gfz.de/sektion/geoenergie/projekte/geothermie-potsdam-nachhaltige-geothermische-standortentwicklung-in-potsdam

 

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