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10 neue Innovations- und Wissenstransferprojekte ausgewählt

Die vom GFZ intern geförderten Projekte reichen von präziser Zeitmessung unter Wasser über intelligentes Datenmanagement, rechtliche Rahmen für Methanspeicherung bis zu Citizen Science mit Bodenproben

Präzise Zeitmessung unter Wasser, intelligentes Datenmanagement, die rechtliche Rahmensetzung für die Energiewende oder Citizen Science im Kontext von Bodenproben: Das sind nur einige von insgesamt zehn Themen, die das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in diesem Jahr intern unterstützt. Im Rahmen eines Ideenwettbewerbs sind acht Innovationsprojekte im Bereich Technologietransfer und zwei Wissenstransferprojekte zur Förderung ausgewählt worden. Die acht Innovationsprojekte werden, wie in den letzten Jahren, aus dem 2017 eingerichteten GFZ-Innovationsfonds sowie auch aus zusätzlichen Transfereinnahmen des GFZ finanziert. Alle geförderten Vorhaben werden in den kommenden acht Monaten durchgeführt.

Vorhaben zur Förderung des Wissenstransfers mit der Gesellschaft

Die zwei ausgewählten Wissenstransferprojekte adressieren gesellschaftliche Herausforderungen. Sie haben zum Ziel, den Austausch mit ausgewählten Zielgruppen in der Gesellschaft zu stärken.

FERN.Lern Refresh 

(Dr. Alison Beamish, Sektion 1.4 Fernerkundung und Geoinformatik)

Die Plattform FERN.Lern wurde am GFZ erfolgreich als Wissenshub für den Wissenstransfer im Bereich Erdbeobachtung etabliert. Mit dem neuen Projekt „FERN.Lern Refresh“ können Arbeiten zur Aktualisierung und Überarbeitung der Plattform realisiert und damit Relevanz und Reichweite des Angebots weiter gesteigert werden. 

BodenWelten

(Dr. Alexander Bartholomäus, Sektion 3.3 Geomikrobiologie)

Dieses Citizen-Science-Projekt verfolgt die Kernidee, Bürger:innen als aktive Forschungspartner:innen in die wissenschaftliche Untersuchung der mikrobiellen Bodenbiodiversität einzubinden. Über drei komplementäre Schnittstellen – eine interaktive Informationswebseite, ein strukturiertes Bodenproben-Einsendeprogramm sowie monatliche Austauschformate – wird ein wachsendes Wissensarchiv für das langfristige Monitoring der Bodengesundheit geschaffen.


Acht Innovationsprojekte aus dem GFZ

Bei den Innovationsprojekten mit der Zielsetzung der technologischen Weiterentwicklung von Geräten, Datenplattformen und Verfahren entschied sich die Jury für die folgenden acht Vorhaben zur Förderung in 2026:


Datenlogger-Atomuhr 

(Dr. Christian Haberland, Sektion 2.2 Geophysikalische Abbildung des Untergrunds)

Ziel des Projekts ist die Integration eines kompakten Atom-Uhrenmoduls in autonome GFZ-Datenlogger, um eine hochpräzise Zeitmessung in der Tiefsee zu ermöglichen. Dies verbessert die Qualität seismischer Daten signifikant, indem der Zeitversatz bei Langzeitmessungen minimiert wird.

SLICE 

(Dr. Jens Turowski, Sektion 4.6 Geomorphologie)

Im Rahmen von SLICE wird eine Software zur intelligenten Kuratierung und zum Austausch von Forschungsdaten entwickelt. Das System optimiert das interne Datenmanagement und erleichtert die Bereitstellung wertvoller Umweltdaten für die wissenschaftliche Gemeinschaft.

XregnetLink 

(Dr. Alison Beamish, Sektion 1.4 Fernerkundung und Geoinformatik)

Dieses Vorhaben integriert hochaufgelöste X-Band-Radar-Niederschlagsdaten direkt in kommunale Geoportale, um Behörden bei der Starkregenvorsorge zu unterstützen. Mit diesem Pilotprojekt soll eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Datenerhebung und der praktischen Anwendung im Katastrophenschutz geschlagen werden.

MCGS-RTK 

(Dr.-Ing. Carsten Falck, Sektion 1.2 Globales Geomonitoring und Schwerefeld)

Das Projekt erweitert ein kostengünstiges GNSS-Messsystem um eine Echtzeit-Kinematik-Funktion (RTK) zur hochpräzisen Überwachung geologischer Gefahrenstellen und Bauwerke. So können kleinste Bewegungen von Hängen oder Infrastrukturen sofort detektiert und visualisiert werden.

FluMoMaximus 

(M.Sc. Lioba Virchow, Sektion 4.3 Geoenergie)

Hier wird ein portables, robustes Messsystem zur Echtzeit-Überwachung der Grundwassergüte auf Bohrplätzen und an Geothermieanlagen weiterentwickelt. Das System ermöglicht eine schnelle Vor-Ort-Analyse an der Erdoberfläche und verringert die Abhängigkeit von zeitaufwendigen Laboruntersuchungen.

BEAD 

(Dr. Patrick Frings, Sektion 3.2 Organische und Erdoberflächengeochemie)

Das Projekt entwickelt Materialien zur biologisch verstärkten Verwitterung von Basalt in der Landwirtschaft, um atmosphärisches CO2 dauerhaft im Boden zu binden. Ziel ist die Entwicklung eines validierten Verfahrens für den wachsenden Markt der Kohlendioxid-Entnahme-Zertifikate.

SMARTwaterAPP 

(Dipl.-Ing. Torsten Queißer, Sektion 4.6 Geomorphologie)

Im Fokus steht die Entwicklung einer intuitiven App und Benutzeroberfläche für einen neuartigen Isotopen-Probennehmer im Umweltmonitoring. Dies vereinfacht die Administration des Geräts erheblich und bereitet den Weg für eine spätere Lizenzierung an externe Partner.

GEOLEGAL 

(Prof. Dr. Michael Kühn, Sektion 3.4 Reaktive Fluide und Geomaterialien) 

Dieses Vorhaben widmet sich der rechtlichen Validierung der geologischen Speicherung von synthetischem Methan unter Berücksichtigung aktueller Energiegesetze. Durch die Identifikation von Genehmigungshürden wird die Grundlage für die Realisierung von Power-to-Gas-Konzepten und möglichen Spin-offs geschaffen.
 

Weitere Informationen zu den Innovationsprojekten sind hier und zu den Wissenstransferprojekten hier zu finden.

 

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