Maximale tägliche Niederschlagsmenge steigt um 2,3 % pro Jahrzehnt

Das Global Water Monitor Consortium hat seinen Bericht für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die Australian National University ist dabei federführend, das GFZ unterstützt wissenschaftlich.

Sich verschärfende Extremereignisse, schnelle Wechsel zwischen nassen und trockenen Bedingungen sowie größere Ereignissen an unerwarteten Orten und zu ungewöhnlichen Jahreszeiten haben den globalen Wasserkreislauf im Jahr 2025 geprägt.

Dies ist die zentrale Schlussfolgerung des soeben veröffentlichten Jahresberichts des Global Water Monitor Consortium, einer internationalen Partnerschaft öffentlicher und privater Organisationen. Es wurden Daten von Bodenmessstationen und Satelliten kombiniert, um möglichst aktuelle und globale Informationen für das vergangene Jahr zu Niederschlag, Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Boden- und Grundwasserbedingungen, der Gesamtwasserspeicherung, der Wasserverfügbarkeit für die Vegetation, Abflüssen in Flüssen, Überschwemmungen sowie Seevolumina bereitzustellen. Sämtliche Daten sind frei verfügbar und können über den Global Water Monitor Data Explorer visualisiert, untersucht und heruntergeladen werden.

Der Report für 2025 liefert die neuesten Informationen zu Trends im Wasserkreislauf und zu bedeutenden wasserbezogenen Katastrophen. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören:

  • Wasserbezogene Katastrophen verursachten 2025 weltweit nahezu 5.000 Todesfälle, vertrieben rund 8 Millionen Menschen und führten zu wirtschaftlichen Verlusten von über 360 Milliarden US-Dollar.
     
  • Extremniederschläge nehmen weltweit zu; die maximale tägliche Niederschlagsmenge steigt um 2,3 % pro Jahrzehnt und trägt zu Überschwemmungen und Erdrutschen bei.
     
  • Die vergangenen drei Jahre waren weltweit die heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen und bestätigen einen anhaltenden Erwärmungstrend.
     
  • Heiße Tage mit Temperaturen über 35 °C nehmen um 8,3 % pro Jahrzehnt zu und gefährden die menschliche Gesundheit, Ökosysteme und landwirtschaftliche Systeme.
     
  • „Climate Whiplash“ verstärkte die Auswirkungen von Katastrophen, da rasche Übergänge zwischen nassen und trockenen Bedingungen dieselben Regionen in kurzer Folge trafen. In Spanien und Portugal folgte auf einen feuchten Frühling innerhalb weniger Monate eine Blitzdürre und schwere Waldbrände.
     
  • Blitzdürren entwickeln sich zu einer zunehmend eigenständigen Gefahr, ausgelöst durch schnelle Rückgänge der Bodenfeuchte und der Wasserspeicherung innerhalb von Tagen bis Wochen, statt durch eine allmähliche saisonale Austrocknung.
     
  • Wasserbezogene Gefahren traten an unwahrscheinlichen Orten und mit bislang beispielloser Häufigkeit auf, darunter ein äquatorialer Zyklon, der Indonesien traf, sowie bislang beispiellose Gletscherseeausbrüche mit Flutwellen im Hindukusch-Himalaya.
     
  • Zu den sich abzeichnenden Risiken für 2026 zählen eine zunehmende Dürre im Mittelmeerraum, am Horn von Afrika, in Brasilien und Zentralasien; zugleich erhöhen feuchte Bedingungen in der Sahelzone, im südlichen Afrika, im Norden Australiens und in weiten Teilen Asiens die Wahrscheinlichkeit von Überschwemmungen.

Die Erkenntnisse weisen auf ein globales Wassersystem unter zunehmendem Stress hin, in dem schnellere hydrologische Veränderungen und steigende Temperaturen die Risiken für Menschen, Ökosysteme und Infrastruktur neu gestalten.

Der Hauptbericht sowie Berichte für einzelne Länder wie auch der globale Data Explorer sind verfügbar unter:  https://www.globalwater.online/ .

 

Das Global Water Monitor Consortium | Hintergrund

Das Global Water Monitor Consortium unter der Leitung von Prof. Albert van Dijk der Australian National University, Canberra, Australien, veröffentlicht jährlich eine Zusammenfassung der Entwicklungen des globalen Wasserkreislaufs für das jeweils vergangene Jahr. Ein zentraler Anspruch hierbei ist, möglichst aktuelle Daten möglichst früh zur Verfügung zu stellen, um die Öffentlichkeit und Entscheidungsträger:innen zu informieren. Mit dieser Herangehensweise ist der Report regelmäßig „der Erste“ in einer Serie von globalen Reports (z.B. der WMO, der EU etc.).

Das GFZ, vertreten durch Dr. Julian Haas und Prof. Andreas Güntner (Sektion 4.4 – Hydrologie) und Dr. Eva Boergens (Sektion 1.3 – Erdsystemmodellierung), trägt bereits zum dritten Mal in Folge (Reports der Jahre 2023, 2024, 2025) mit Daten zur Gesamtwasserspeicherung (Terrestrial Water Storage) bei. Hierbei kommen Daten der GFZ-Plattform GravIS und des neu etablierten Dienstes innerhalb des Copernicus Climate Change Service (C3S) zur “Terrestrial Water Storage Anomaly” zum Einsatz.

 

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